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Wie Artenvielfalt das Trinkwasser beeinflusst

17.03.2009
ProExzellenz-Initiative des Freistaates fördert interdisziplinäres Forschungsprojekt in Jena

Antibiotika, Pestizide, Nitrate - immer wieder tauchen ihre Rückstände im Grundwasser auf und machen die Nutzung als Trinkwasser problematisch. "Mit dem Regen werden viele verschiedene Stoffe aus der Luft und von der Erdoberfläche in tiefere Schichten des Bodens gespült", sagt HDoz.

Dr. Kirsten Küsel vom Institut für Ökologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Fraglich sei jedoch, wie tief sie in den Boden gelangen und wie gründlich dieser sie aus dem Wasser herausfiltert.

In einem interdisziplinären Forschungsprojekt wollen Jenaer Wissenschaftler diesen Fragen jetzt nachgehen. "Uns interessiert besonders, ob oberirdische Biodiversität und unterschiedliche Landnutzung einen Einfluss auf die Stoffausträge haben", so Küsel. An dem Kooperationsprojekt "AquaDiv@Jena" sind neben Arbeitsgruppen der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät um Prof. Dr. Wolfgang Weisser und HDoz. Dr. Kirsten Küsel sowie der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät um Prof. Dr. Kai Uwe Totsche und Prof. Dr. Beate Michalzik an der Universität Jena auch das Max-Planck-Institut für Biogeochemie und das Institut für Photonische Technologien (IPHT) beteiligt. Mit den 2,5 Millionen Euro, die der Freistaat Thüringen im Rahmen der ProExzellenz-Initiative für die nächsten drei Jahre dafür bereitstellt, können zehn Mitarbeiterstellen geschaffen werden. Die Projektpartner hoffen auf die Zusage weiterer 1,5 Millionen Euro für die Errichtung eines erforderlichen Neubaus.

"Für unsere Untersuchungen wollen wir auf die von der DFG geförderte Forschungsplattform im Hainich und auf die Flächen des 'Jena-Experiments' in den Saale-Auen zurückgreifen", sagt Kirsten Küsel. Besonders der Hainich sei mit seinen vielfältigen Habitattypen sehr gut geeignet. "Die unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen von Buchenwäldern im Hainich sowie die unterschiedlichen Bewirtschaftungsintensitäten von Gras- und Agrarflächen bieten ein breites Habitatspektrum", so die Limnologin, die sich Aussagen darüber erhofft, ob diese Diversität den Stoffumsatz und -austrag aus dem Boden unterschiedlich beeinflusst. Das sei auch im Hinblick auf die durch den Klimawandel immer häufiger auftretenden Großwetterereignisse interessant. "Man kann davon ausgehen, dass Starkregenfälle nach langanhaltenden Trockenperioden die Stoffeinträge in tiefe Bodenschichten und Grundwasserleiter erheblich beschleunigen", sagt Kirsten Küsel. "Das kann durchaus Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität haben."

In den nächsten drei Jahren werden die Jenaer Wissenschaftler diese Fragestellungen bearbeiten. Bei einem Workshop haben sich die Forscher der diversen Disziplinen vor einigen Tagen dazu ausgetauscht und die ersten konkreten Arbeitsschritte beraten. Bewilligt wurden drei an unterschiedlichen Instituten angesiedelte Nachwuchsgruppen, die sich mit verschiedenen Teilbereichen des Projekts befassen werden. Um die Inhaltsstoffe in den Grundwasserleitern genau analysieren zu können, sollen zum Beispiel 100 bis 200 Meter tiefe Infrastrukturbohrungen im Hainich durchgeführt werden. Daran werden besonders die Wissenschaftler von der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena intensiv beteiligt sein.

"Durch die interdisziplinäre Vernetzung erhoffen wir uns eine Profilschärfung im Bereich Biodiversitätsforschung am Standort Jena", so Küsel. "Ziel ist es, 2011 einen gemeinsamen Antrag für einen entsprechenden Sonderforschungsbereich zu stellen."

Kontakt:
HDoz. Dr. Kirsten Küsel
Institut für Ökologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Str. 159, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949461
E-Mail: kirsten.kuesel[at]uni-jena.de

Manuela Heberer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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