Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Artensterben an Küsten bisher unterschätzt

01.12.2011
Klimawandel-Migration für viele Spezies keine Option

Die Globalerwärmung beschleunigt das Aussterben vieler Arten - und zwar viel deutlicher als bisher angenommen wurde. Einen Beleg dafür haben Zoologen der University of British Columbia an den Küsten gefunden. Wie sie in der Zeitschrift "Science" berichten, können viele Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum infolge des Klimawandels nicht einfach verlegen. "Der Klimawandel verändert das Zusammenspiel vieler Arten und beeinflusst damit auch die Biodiversität", erklärt Studienleiter Christopher Harley.

Seestern versus Krebse

Die Forscher spezialisierten sich auf Rankenfußkrebse und Muscheln an mehreren Küsten Westkanadas, die an der Übergangszone der Gezeiten leben. Das Meer ist hier durch Strömungen aus der Arktis kühl, erwärmte sich jedoch seit 1950 um 3,5 Grad. Viele der beobachteten Tierchen sind dadurch schon knapp an ihr oberstes Temperaturlimit gelangt und müssen ihren Lebensraum tiefer Richtung Meer legen - derzeit um einen halben Meter unter der Marke vor 60 Jahren, wie Studienvergleiche zeigen.

Zum Krimi macht die Situation jedoch der natürlichen Feind der beiden Tiere, der Seestern. Bisher siedelten sich die Krebse und Muscheln möglichst weit oben am Strand an, um ihrem Jäger nicht in die Quere zu kommen. Zwar hat sich das Seesternrevier in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert, konnten die Forscher beweisen. Mit der Klimawandel-Wanderung hin zum Meer wuchs jedoch die Gefahr enorm, erbeutet zu werden. "Die sichere Muschelzone schrumpfte somit um die Hälfte und viele Muscheln an den untersuchten Stellen sind sogar ausgestorben", berichtet Harley.

Fragilität unterschätzt

Verhinderte man versuchsweise durch Schutzzäune das Eindringen von Seesternen, so wanderten die Krebse und Muscheln hingegen auch in wärmeren Zonen, wo sie üblicherweise nicht vorkommen. Der Artenreichtum verdoppelte sich dann sogar, da Muscheln auch kleinen Krustentiere, Schnecken, Würmern und Meeresalgen bei der Ansiedelung helfen. "Während man bisher annahm, dass die Globalerwärmung Tiere am Temperaturlimit einfach migrieren lässt, konnten wir das in unserem Kontext wiederlegen. Oft hat man auf das sensible Zusammenspiel vieler Faktoren wie etwa der Jagd vergessen", so der kanadische Forscher.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ubc.ca

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik stimuliert Bakterien im Meer
17.04.2018 | Universität Wien

nachricht Wälder beeinflussen den globalen Quecksilber-Kreislauf maßgeblich
13.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics