Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Angewandte Klimaforschung: TU München hilft bei Prävention von Waldbränden

26.08.2009
April 2007: Am Thumsee im Berchtesgadener Land wird Katastrophenalarm ausgerufen, rund 60 Hektar Bergwald stehen in Flammen.

Mehrere hundert Einsatzkräfte kämpfen in den Alpen drei Tage gegen den Großbrand, rund die Hälfte der betroffenen Waldfläche wird durch das Feuer vernichtet.

Umweltprognosen zufolge könnten solche verheerenden Waldbrände aufgrund des Klimawandels in Zukunft häufiger passieren. Ökoklimatologen der TU München wollen dem entgegenarbeiten: Sie beteiligen sich an einem neuen Forschungsprojekt, das Waldbrände im Alpenraum verhindern oder schneller eindämmen soll.

Experten aus dem gesamten Alpenraum setzen dem Horrorszenario "Bergwaldbrand" ihr geballtes Wissen entgegen: Ab der kommenden Woche arbeiten sie im Rahmen des EU-Projekts ALP FFIRS (Alpine Forest FIre waRning System) erstmals gemeinsam an einer einheitlichen Strategie zur Prävention von Waldbränden in diesem sensiblen Raum. Das Projekt wurde im Rahmen des INTERREG Alpine Space 2007-2013 Programms der EU bewilligt und wird am 1. September starten. Der Europäische Regionale Entwicklungsfond unterstützt ALP FFIRS in den nächsten drei Jahren mit rund zwei Millionen Euro.

Ziel des Gesamtprojektes ist die Entwicklung eines gemeinsamen, länderübergreifenden Waldbrandwarnsystems für den Alpenraum, das auch unter sich ändernden klimatischen Bedingungen gültig bleibt. Mit der Abschätzung von tagesaktuellen Waldbrandindizes und der Prognose von besonders kritischen Situationen soll eine Entscheidungshilfe für die zuständigen Stellen zur Prävention und Bekämpfung von Waldbränden erarbeitet werden. Um diese Idee umsetzen zu können, vertrauen die Projektpartner auf die Technische Universität München (TUM): Sie leitet ein wissenschaftliches Teilprojekt, das die Auswirkungen des Klimawandels auf die Waldbrandgefahr in den Alpen untersuchen wird.

Koordinatorin dieses Forschungsprojektes ist Prof. Annette Menzel vom Fachgebiet Ökoklimatologie an der TUM. Sie warnt: "Schon heute sind Veränderungen der Alpenvegetation - und damit des eigentlichen Brennmaterials - zu beobachten. Durch die sich ändernden Klimabedingungen sind noch extremere Hitze- und Trockenheitsperioden zu befürchten." Menzel will mit ihrem Team die Entwicklung innerhalb des 21. Jahrhunderts anhand von spezifischen Klimaszenarien für den Alpenraum abschätzen. Die Ergebnisse der Klimaexpertin werden helfen, verlässliche Warnsysteme sowie Waldbrandvermeidungs- und -bekämpfungsstrategien für die Zukunft des Alpenraums anzupassen.

Nutzen werden die Ergebnisse des EU-Projekts allen Alpen-Anrainern. Daher machen auch alle betroffenen Staaten mit - zu den 14 Projektpartnern gehören öffentliche Institutionen aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Slowenien und aus der Schweiz. In den nächsten drei Jahren werden internationale Experten von Wetterdiensten, Feuerwehren, Universitäten, Ämtern für Prävention und Forstämtern bei ALP FFIRS zusammenarbeiten. Zusätzlich ist das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten als beobachtende Institution beteiligt. Koordiniert wird das EU-Projekt von der Umweltschutzagentur der italienischen Region Piemonte.

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://portal.mytum.de/welcome
http://www.alpine-space.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht MULTI-ReUse - Neues Forschungsprojekt zur Abwassernutzung
06.01.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie