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Alternative Aquakulturen – sie stecken voller Innovationen, sind nachhaltiger, gesünder und umweltfreundlicher

08.02.2013
„Dioxin im Ostseedorsch: Leber ist vergiftet“, so titelte gestern (07.02.2013) die Ostsee Zeitung in Rostock.

Das in der Leber vom Ostseedorsch gefundene Dioxin ist ein Beispiel dafür, dass sich in die Umwelt abgegebene Schadstoffe über die Nahrungskette anreichern können. Die dadurch entstehende Problematik für die menschliche Gesundheit ist allgegenwärtig. Andererseits handelt es sich beim Ostseedorsch um ein begehrtes und hochwertiges Naturprodukt.

„Eine Alternative bietet die Fischproduktion in geschlossenen Kreislaufanlagen. Heutzutage wird in Deutschland bereits ein wesentlicher Teil der konsumierten Fischereiprodukte in der Aquakultur produziert, allerdings werden diese Produkte überwiegend aus dem Ausland importiert“, sagt Professor Harry Palm (46), Experte für Aquakulturen an der Universität Rostock. Dabei verfügen wir in Mecklenburg-Vorpommern über die besten Voraussetzungen.

„Die Aquakulturproduktion in modernen Kreislaufanlagen ermöglicht die Fischaufzucht unter kontrollierten Bedingungen, womit sich Gifte und Verunreinigungen in den Fischprodukten durch einen überaus schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen verhindern lassen“, so Prof. Palm. Eine an der Universität Rostock angefertigte Studie über die Fleischqualität verschiedener Welsarten auf dem Deutschen Markt belegt zum Beispiel, dass die Fischfleischqualität von in Mecklenburg-Vorpommern gezüchteten afrikanischen Welsen deutlich besser war als andere getestete Welse (u. a. der Pangasius). Dabei überzeugten die afrikanischen Welse aus der Aquakultur durch ihren hohen Gehalt an gesundheitsförderlichen Omega 3-Fettsäuren, Frische und Geschmack. Palm stellt fest: „Das Dioxin in der Leber vom Ostseedorsch ist kein Argument gegen den Konsum gesunder Meeresfische aus der heimischen Fischerei. Es ist jedoch ein Argument für die Weiterentwicklung von geschlossenen Aquakultursystemen auch in Mecklenburg-Vorpommern, um gesunde und nachhaltige Produkte aus heimischer Produktion zu erschwinglichen Preisen anbieten zu können“.

Aquakulturen werden seit mehreren Jahren an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock am Lehrstuhl für Aquakultur und Searanching von Herrn Prof. Dr. Palm erforscht. Zudem bildet der Lehrstuhl jedes Jahr Studenten aus dem gesamten Bundesgebiet für den Bereich Aquakultur aus. Die Studierenden beschäftigen sich mit den Zusammenhängen zwischen Fischerei, Fischzucht und einer nachhaltigen und gesunden Nahrungsmittelproduktion. Zukünftige innovative Projekte werden sich unter anderem auch mit der Kombination der Fischzucht in geschlossenen Aquakultursystemen und der Pflanzenproduktion beschäftigen. „Derartige zukunftsweisende Kombinationsmodelle, auch bekannt unter dem Namen Aquaponik, bieten eine ideale Ergänzung zur langfristigen Sicherstellung der Versorgung mit gesunden und hochwertigen Fischprodukten“, erläutert Palm. Für Mecklenburg-Vorpommern sind derartige Projekte unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und der Schaffung neuer Arbeitsplätzen zukunftsweisend und von herausragender Bedeutung.

Kontakt:
Universität Rostock
Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät
Prof. Dr. rer. nat. Harry Palm
Fon: +49 (0)381 498 3730
Mail: harry.palm@uni-rostock.de
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Fon: +49 (0)381 498 1013
Mail: ulrich.vetter@uni-rostock.de

Dr. Ulrich Vetter | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

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