Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Algenblüte sorgt für Giftablagerung am Meeresgrund

23.03.2009
Toxine persistenter als bisher vermutet

Algenblüten an der Meeresoberfläche sind ein altbekanntes Problem. Nun haben Forscher der University of North Carolina entdeckt, dass die Gifte in den Algen auch am Meeresboden schlimme Auswirkungen haben. Zudem bleiben sie deutlich länger dort als bisher vermutet und können auch für den Menschen, der Meerestiere verzehrt, schwerwiegende Folgen haben, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

"Das ist durchaus der Fall", meint der WWF-Meeresbiologe Georg Scattolin im pressetext-Interview. "Das massenweise Auftreten von Algen, die so genannten Algenblüten, sind natürliche Zyklen, allerdings spielt das menschliche Zutun dabei auch eine wesentliche Rolle. In den vergangenen Jahren konnte man eine Häufung solcher Algenblüten feststellen und das hat mit der Eutrophierung der Gewässer durch den Eintrag von Nährstoffen zu tun." Ein weiterer Grund sei die Veränderung der Meeresströmungen durch Klimaveränderung. Dies führe dazu, dass solche Algenblüten auch dort auftreten, wo sie bisher nicht bekannt waren. Nicht restlos geklärt sei der Umstand, ob Temperaturänderungen damit auch in Verbindung stehen, erklärt der WWF-Experte.

Das Wissenschaftsteam um Claudia Benitez-Nelson hat festgestellt, dass die Algen nach der Blüte nach drei Tagen in die Tiefe sinken und das Neurotoxin namens Domoinsäure mehrere Wochen hindurch am Meeresgrund nachweisbar bleibt. Das war sogar bis in Tiefen von 800 Metern nachweisbar - und zwar in Konzentrationen, die acht Mal über dem Grenzwert der US-Gesundheitsbehörden lagen. Die Domoinsäure gilt als Ursache der sogenannten Amnesic Shellfish Poisoning (ASP). Die Verursacher der Vergiftungserscheinungen durch Domoinsäure sind häufig Kieselalgen. Solche Vergiftung sind nach dem Genuss von Meeresfrüchten aus Gebieten, wo Algenblüten aufgetreten sind, bekannt. "Besonders Muscheln sind davon betroffen, da sie über längere Zeiträume hinweg das Wasser filtern und dadurch Schadstoffe und Gifte aufnehmen", so Scattolin.

Die Domoinsäure greift beim Menschen vor allem Regionen im Hippocampus und in dessen Nachbarschaft an und schädigt auf diese Weise insbesondere das Erinnerungsvermögen durch eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses. In den meisten Fällen sind diese Zustände reversibel. Vergiftungen verursachen zudem Übelkeit, Krämpfe, Durchfall, Kopfschmerz und Atembeschwerden.

Die Domoinsäure wird im Wasser durch Sonnenlicht sehr schnell aufgespalten. Das gelte allerdings am Meeresboden nicht. Für Bodenbewohner, die den Meeresgrund abgrasen, habe das Toxin keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Das gelte sowohl für Muscheln, und Schnecken als auch für Krebse und Bodenfische. Bisher habe man lediglich Muscheln, die nahe der Wasseroberfläche leben auf die Domoinsäure hin untersucht.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unc.edu
http://www.wwf.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Den Trends der Umweltbranche auf der Spur
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Etablierung eines Zuchtprogramms zum Schutz der letzten Saolas
17.10.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik