Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Äschen in der mittleren und oberen Birs von ihren Artgenossen im Mündungsbereich abgeschnitten

07.01.2011
Die Äschen, die in der mittleren und oberen Birs leben, sind von ihren Artgenossen im Mündungsbereich zum Rhein abgeschnitten und damit genetisch komplett isoliert, was deren Überleben langfristig in Frage stellt.

Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich fehlende oder nicht funktionierende Fischtreppen im Raum Zwingen. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Universität Basel, die in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem kantonalen Fischereiverband und dem Fischhegefonds Basel-Landschaft die Fische genetisch untersucht haben.

Die europäische Äsche (Thymallus thymallus) gehört zur Familie der lachsartigen Fische und war ursprünglich in den Schweizer Mittellandgewässern weit verbreitet. Ihre Bestände sind aber in vielen Flüssen und Bächen rückläufig, weshalb die Äsche in der Roten Liste der bedrohten Fischarten der Schweiz als «verletzlich» eingestuft ist. Auch in der Birs sind ihre Bestände kontinuierlich zurückgegangen. Deswegen hat der kantonale Fischereiverband Baselland beschlossen, die Äschenpopulationen in der Birs mittels moderner genetischer Methoden zu untersuchen.

Am Zoologischen Institut der Universität Basel hat Dr. Pascal Vonlanthen mit Prof. Walter Salzburger nun mehr als 100 Birsäschen genetisch charakterisiert. Die Forscher erhielten von den Mitliedern der Fischereipachtvereinigung Laufen, die in nahezu 400 Stunden freiwilliger Arbeit die Probenentnahme an der Birs erst möglich machten, grosse Unterstützung. Die Fische wurden nach einer Vermessung und der Entnahme einiger Schuppen unter schwacher Narkose wieder freigelassen.

Die Studie kommt zum Schluss, dass es zu keinem Kontakt und damit zu keinem genetischen Austausch zwischen den Äschen im Mündungsbereich der Birs und den im mittleren und oberen Bereich lebenden Fischen gibt. Der Grund liegt wahrscheinlich an den für die Fische unüberwindbaren Barrieren zwischen dem Mündungsgebiet der Birs und Zwingen im Laufental: Hier gibt es mehrere Kleinwasserkraftwerke, die zum Teil nicht über funktionierende Fischtreppen verfügen. Die Baselbieter Äschen sind damit eingeschlossen und genetisch komplett von den Basler Rheinäschen isoliert. Für die Fische ist diese Trennung sehr problematisch, denn eine natürliche Wanderung ist für den Erhalt der genetischen Vielfalt und das langzeitliche Überleben unbedingt notwendig. In einem Folgeprojekt soll mit einer noch genaueren Untersuchung herausgefunden werden, was genau die Rheinäschen vom Hochwandern in die Birs abhält.

Weitere Auskünfte
Prof. Dr. Walter Salzburger, Zoologisches Institut der Universität Basel, Vesalgasse 1, 4051 Basel; Tel. 061 267 03 03, E-Mail: walter.salzburger@unibas.ch

Hans Syfrig Fongione | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch

Weitere Berichte zu: Artgenosse Birs Fischtreppen Mündungsbereich Äsche

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Müllmenge in der arktischen Tiefsee steigt stark an
08.02.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung