Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

269.000 Tonnen Plastikmüll treiben auf Weltmeeren

11.12.2014

Immer kleinere Teile werden zunehmend von Lebewesen gefressen

5,2 Bio. Stück Plastik, die insgesamt 269.000 Tonnen wiegen, schwimmen in den Ozeanen, so eine Studie des 5 Gyres Institute http://5gyres.org. Einem Bericht der "New York Times" nach konnte Plastik auch in abgeschiedensten Regionen nachgewiesen werden. Schiffe sammelten auf den Meeren mit Netzen kleine Stücke Plastik ein. Das Team um Institutsgründer Marcus Eriksen errechnete daraus mit Hilfe von Computermodellen Schätzungen der weltweiten Belastung.


Vermüllter Strand: Plastikteile sind ein ernstes Problem

(Foto: pixelio.de/IESM)

Meere als Schredder

Die gewichtsmäßig größte Menge Plastik stammt laut Eriksen von ausrangierten Fischernetzen und Bojen. Hier könnte laut dem Forscher ein internationales Programm helfen, das Fischerboote für das Einholen dieser Netze bezahlt. Damit wäre jedoch das Problem mit Flaschen, Zahnbürsten, Säcken, Spielzeug und anderem Müll nicht gelöst.

Dieser Müll sammelt sich dort zu Wirbeln, wo die Meeresströmungen aufeinandertreffen. Die einzelnen Müllstücke prallen aufeinander, das Sonnenlicht macht sie spröde. Damit werden diese schwimmenden Müllhalden laut Eriksen zu Schreddern, die immer mehr kleine Plastikstücke entstehen lassen, die sich in der Folge weiter verbreiten.

Absinken in die Tiefe

Als die Wissenschaftler nach Stücken in der Größe eines Sandkorns suchten, fanden sie jedoch zu ihrer Überraschung nur ein Hundertstel der Menge, die ihr Modell vorhergesagt hatte. Diese kleinen Stücke gelangen entweder in tiefere Wasserschichten oder werden von Lebewesen aufgenommen.

Diese jetzt in "PLOS One" http://plosone.org  veröffentlichten Forschungsergebnisse entsprechen jenen einer früheren Studie der University of Cadiz http://uca.es . Das Team um Andrés Cózar ging bei seinen Schätzungen von 35.000 Tonnen kleiner Plastikteile aus. Erwartet hatten die Wissenschaftler jedoch Millionen Tonnen.

Stoffe in Nahrungskette

Die Tatsache, dass die kleinen Plastikteile zu verschwinden scheinen, bedeutet jedoch nichts Gutes. Laut Chelsea M. Rochman von der University of California ist Plastik nichts anders als ein Cocktail aus Schadstoffen, der im Lebensraum Wasser treibt. Diese Schadstoffe können sich über die Nahrungskette weiterverbreiten.

Weitere Studien sollten laut Nancy Wallace, der Direktorin des NOAA Marine Debris Program http://marinedebris.noaa.gov , für die Welt unter der Wasseroberfläche durchgeführt werden. Es sei zu früh zu sagen, es gebe weniger Plastik in den Meeren als angenommen. "Es kann sein, dass nur dort weniger ist, wo wir gesucht haben."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten

CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen

24.05.2017 | Förderungen Preise

Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene

24.05.2017 | Förderungen Preise