Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Zuwanderer blicken optimistisch in das kommende Jahrzehnt

07.01.2010
Mehrheit der Zuwanderer glaubt an eine gute Zukunft in Deutschland - mehr als ein Drittel befürchtet aber wachsende Spannungen zwischen Migranten und Deutschen

Anzeige

Die Zuwanderer in Deutschland schauen mit Zuversicht in das kommende Jahrzehnt. 53 Prozent von ihnen glauben mit Blick auf die nächsten zehn Jahre an eine gute Zukunft in der Bundesrepublik, bei den unter 25-Jährigen sind es sogar 70 Prozent.


Das geht aus bislang unveröffentlichten Zahlen einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung hervor, die vom Institut für Demoskopie in Allensbach durchgeführt wurde. Besonders zuversichtlich sind demnach Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion: 63 Prozent von ihnen blicken optimistisch in die Zukunft, bei Menschen mit türkischer Abstammung sind es hingegen nur 45 Prozent.

Trotz der insgesamt positiven Zukunftseinschätzung fürchtet allerdings mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller Befragten, dass die Spannungen zwischen Deutschen und Zuwanderern zunehmen werden.

Der Studie zufolge rechnen 42 Prozent der Zuwanderer damit, dass die Unterschiede zwischen Deutschen und Zuwanderern in den kommenden zehn Jahren abnehmen. Skeptischer sind sie, wenn es um die Wertschätzung von Menschen ausländischer Herkunft durch die Deutschen geht: Nur ein Drittel der Befragten glaubt, dass diese in Zukunft steigt. Lediglich 28 Prozent von ihnen erwarten, dass bei politischen Entscheidungen in Zukunft stärker auf die Bedürfnisse der Zuwanderer geachtet wird.

Die eigene gefühlte Integration schätzen die verschiedenen Zuwanderergruppen laut Studie sehr unterschiedlich ein. Um die gefühlte Integration zu messen, wurden die Aussagen der Teilnehmer zu verschiedenen Fragen wie beispielsweise Verbundenheit mit Deutschland und Zugehörigkeit zur Gesellschaft zusammengefasst und skaliert. Demnach fühlen sich 88 Prozent der Menschen mit spanischer Abstammung stark oder zumindest mittelstark integriert. Dieser Anteil ist bei Menschen türkischer Herkunft (58 Prozent) und bei Russischstämmigen (62 Prozent) deutlich geringer.

Zuwanderer aus diesen Ländern sehen sich aber auch häufiger Diskriminierungen ausgesetzt: 58 Prozent der Türkeistämmigen und 49 Prozent der Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion haben sich aufgrund ihrer Herkunft in Deutschland schon einmal ungerecht behandelt gefühlt; im Durchschnitt aller Zuwanderer sind es 46 Prozent. Dennoch setzen die Menschen ausländischer Herkunft auf das Miteinander mit den Deutschen: Nur jeder Fünfte von ihnen ist der Ansicht, dass Zuwanderer in Deutschland in Zukunft immer mehr unter sich bleiben werden.

Verhalten optimistisch bewerten Menschen mit Migrationshintergrund die Aussicht, dass Zuwanderer künftig mehr wichtige Positionen in Politik und Wirtschaft einnehmen werden. 45 Prozent von ihnen beantworten diese Frage mit ja. Bei den Türkeistämmigen sind es sogar 59 Prozent: Hierbei spielt sicher eine Rolle, dass bereits einige Menschen mit türkischer Abstammung wichtige Positionen in der Politik erreicht haben und als Beispiel dienen ("Cem-Özdemir-Effekt").

"Zuwanderer blicken mit Optimismus auf unser Land und wollen Verantwortung übernehmen", so Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. "Wenn unsere Gesellschaft Zuwanderern bessere Perspektiven in Bildung, Politik und Wirtschaft bietet, können sie ihr Potenzial noch mehr entfalten und eine aktivere Rolle spielen. Darauf ist Deutschland angesichts der demographischen Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten mehr denn je angewiesen."

Zur Befragung
Die quantitative Umfrage wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt und stützt sich auf 1.581 Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung mit Migrationshintergrund aus der Türkei, der ehemaligen Sowjetunion (bzw. den Nachfolgestaaten Kasachstan, Russland, Ukraine), dem ehemaligen Jugoslawien (bzw. den Nachfolgestaaten Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Serbien, Montenegro, Kosovo, Mazedonien, Slowenien), Polen, Italien, Spanien und Griechenland ab 16 Jahren. Analog zur Definition, die dem Mikrozensus zu Grunde liegt, wurden sowohl ausländische als auch deutsche Staatsbürger befragt, die entweder selbst aus dem Ausland zugewandert sind oder die zwar in Deutschland geboren sind, von denen aber mindestens ein Elternteil nach 1950 aus dem Ausland zugewandert ist. Die Befragung wurde mit teilweise zweisprachigen Interviewern sowie mehrsprachigen Fragebogen durchgeführt. Die face-to-face-Interviews fanden im 1. Quartal 2009 statt. Die in dieser Mitteilung vorgelegten Zahlen waren bislang unveröffentlicht.

Rückfragen an: Ulrich Kober, Telefon: 0 173 / 287 09 47;
E-Mail: ulrich.kober@bertelsmann-stiftung.de

Claudia Walther, Telefon: 0 173 / 266 47 79;
E-Mail: claudia.walther@bertelsmann-stiftung.de

Ute Friedrich | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.bertelsmann-stiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

nachricht Ein Kilogramm Fleisch so klimaschädlich wie bis zu 1600 Kilometer Autofahrt
24.05.2012 | FEWD Forschungsstelle für Ethik u. Wissenschaft im Dialog, Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp