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Als "Querschnittstechnologie" verbindet sie "Smart Grids" und "Smart Markets". Dazu bedarf es einer Verdichtung von Regulierungsvorgaben sowie gezielter Anreize für die Branche. Noch ist der Markt schwer zugänglich - jedoch nehmen Outsourcing-Aktivitäten insbesondere im Bereich Mess- und Kommunikationsdienstleistungen zu.
Bestimmten Schlüsseltechnologien wird eine immense Bedeutung für das Gelingen der Energiewende zugemessen - gerade diese sind aber noch nicht ausreichend in der Praxis getestet. Für eine erfolgreiche Energiewende sind Systemintelligenz und -architekturen in Verbindung mit einem Anreizsystem unerlässlich.
"Die deutsche Energiewirtschaft steht heute vor sechs Herausforderungen: demografischer Wandel, Strukturwandel, Verbrauch, dezentrale Erzeugung, Altersstruktur und Regulierung. Der aktuelle Status quo zu deren Bewältigung ist durchwachsen, denn dafür ist ein breiter Branchenkonsens nötig", erklärt Andreas Herzig, Partner im Bereich Energy & Resources bei Deloitte.
Technologie treibt, Politik bremst
Zwei Begriffe stehen bei der Energiewende im Zentrum: Smart Grid, das die Energiekapazitäten regulatorisch behandelt, und Smart Market, der sich v.a. auf Energiemengen bezieht. Das verbindende Element ist die IKT - ohne sie droht eine Komplexitätsfalle, die zum Scheitern der Energiewende führen würde.
Risiken sehen die Befragten beim Roll-out von Smart Grids und hier vor allem bei der IT-Sicherheit, der Netzstabilität oder auch der Finanzierung, wohingegen die Furcht vor Kundenverlusten kaum eine Rolle spielt. Stärkster Treiber ist die technologische Entwicklung - die Politik wird dagegen als Hemmnis empfunden. Ein deutliches Problem ist die Anreizregulierung, da der darin enthaltenen Erlösobergrenzen-Regulierung innovationsbremsende Wirkung zugesprochen wird.
Evolution statt Revolution
Die Bundesnetzagentur sieht wenig Handlungsbedarf bei den Übertragungsnetzen und setzt bei Verteilernetzen auf eine evolutionäre Entwicklung, deren Dynamik vom jeweiligen Veränderungsdruck abhängt. Zudem erwartet sie, dass mittels eines funktionierenden Netzkapazitäts-Managements der Netzausbau-Bedarf gemindert werden kann. Damit würde auch der Finanzierungsbedarf sinken, denn in erster Linie soll sich der Ausbau der Verteilernetze durch Kapitalrückflüsse der bestehenden Netze refinanzieren.
Mit Blick auf die Telekommunikation geht die Bundesnetzagentur davon aus, dass der künftige Bedarf in die bestehenden Branchendienstleistungen eingebunden werden kann. Insgesamt soll die verbrauchsorientierte Erzeugung zum erzeugungsorientierten Verbrauch gelangen, zum Beispiel durch Micro Grids.
Das Verbraucherverhalten wird dabei sichtbar an Bedeutung gewinnen - dazu muss der Markt jedoch deutlich transparenter werden. Nicht zuletzt hat die Integrität der im Rahmen von Smart Metering erhobenen Daten eine entscheidende Funktion.
Hin zur vernetzen Systemebene
Wie kann die Entwicklung bis 2030 aussehen? Die verschiedenen Szenarien der Studie zeigen: Bis heute liegt der Fokus auf der geschlossenen Systemebene. Bis 2020 wird er dann über die IKT-Infrastrukturebene in die langfristig orientierte vernetzte Systemebene verschoben.
Die an der Energiewende beteiligten Akteure sind in 19 Technologiefeldern aktiv, unter anderem im Asset Management für Netzkomponenten, Integrationstechniken, Smart Appliances, IKT-Konnektivität und regionale Energiemarktplätze. Es zeigt sich hierbei die Tendenz, dass Unternehmen zunehmend Aktivitäten outsourcen werden. Insgesamt sind viele Schlüsseltechnologien trotz ihrer elementaren Bedeutung noch nicht in ausreichendem Maße einsatzbereit - auch und vor allem im zentralen Bereich "Querschnittstechnologie IKT".
"'Smart Grid' und 'Smart Market' unterscheiden sich vor allem in einem Punkt: Ersteres ist netzdominiert, hier liegt die Verantwortung beim Netzbetreiber. Letzterer ist hingegen ausschließlich marktgetrieben. Die neue Querschnittsebene IKT umfasst dabei alle Produkte und Dienstleistungen, die unter Berücksichtigung von energierechtlichen Anforderungen und Restriktionen am Markt angeboten werden. Eine Grundregel für einen neuen Regulierungsansatz sollte in jedem Fall sein, dass bei einem Marktversagen der Systemverantwortliche, also (derzeit) der Netzbetreiber, eine Durchgriffsmöglichkeit hat", schließt Ludwig Einhellig, Energie-Experte bei Deloitte.
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