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Korallen in tropischen Gewässern werden durch den Klimawandel und das Einwirken des Menschen immer weiter zurückgedrängt. Wo sie unter besonders hohem Druck stehen, zeigt ein internationales Forscherteam der Wildlife Conservation Society WCS in der zeitschrift PLoS ONE anhand einer Weltkarte.
"Es geht nun darum zu suchen, wo Schutzmaßnahmen die besten Erfolgschancen haben", erklärt Studienleiter Joseph M. Maina von der australischen Macquarie University.
Zu den wichtigsten Gefahren, denen Korallen ausgesetzt sind, zählen die Erwärmung der Oberflächentemperatur des Meeres, Sedimentbildung, UV-Strahlung sowie auch Windstille. Der Mensch ist eine Bedrohung durch Fischerei, Küstenverbau und Tourismus. "Auch Taucher können für Riffe schädlich sein", betont Korallenfoscher Armin Form vom IFM-GEOMAR gegenüber pressetext. Günstige Faktoren sind hingegen hohe Gezeiten- und Temperaturunterschiede sowie die Errichtung von Schutzgebieten.
Mehr Rot als Grün
Die WCM-Forscher aus Europa, den USA und Australien teilten die heute bestehenden Steinkorallen-Riffe je nach ihrer Gefährdung in Cluster ein. Grundlage dafür bildeten Satellitendaten, mathematischen Modelle sowie das bisherige Wissen über Korallen und deren Wechselwirkung mit der Umgebung. Das Ergebnis ist eine Weltkarte mit rot markierten Gebieten für Korallen mit hoher Stressbelastung und mit grünen Stellen, wo die Artenvielfalt durch Management-Maßnahmen langfristig am meisten profitieren könnte.
Durch Temperatur, UV-Strahlung und ungünstige Windlage gleichzeitig gefährdet sind Korallen in Südostasien, in Mikronesien, im Ostpazifik sowie im zentralen Indischen Ozean. In Küstengewässern des Nahen Ostens sowie vor Westaustralien sind hingegen Sedimentablagerungen sowie das Phytoplankton die zentralen Probleme. Etwas günstiger ist die Situation der Korallen in der Karibik, am Great Barrier Reef, im Zentralpazifik und Polynesien sowie im westlichen indischen Ozean, zeigt die Karte.
Frage der Verantwortung
Korallenriffe sind Brutstätte und Lebensraum vieler Meeresbewohner, und auch der Mensch profitiert direkt durch Tourismus und Fischerei. Die Zukunft der Korallen sieht jedoch traurig aus. Viele bekannte Riffe sind heute schon am Limit und bleichen aus. Bis zu 80 Prozent von ihnen dürfte laut Experten bis 2100 verschwinden. "Zwar wird die Natur im Zuge der Erderwärmung und Versauerung der Meere vielleicht neue Nischen besiedeln. Wir müssen uns aber fragen: Wollen wir dafür verantwortlich sein?", gibt Form zu bedenken.
Originalstudie unter: http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0023064
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: wcs.org
www.ifm-geomar.de
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