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Im Gegensatz zur landläufigen Meinung machen Videospiele Kinder nicht dick. Das hat eine Studie von Psychologen an der Michigan State University ergeben, die somit auch früheren Untersuchungen widerspricht.
Internet und Handys wirken sich demnach ebenfalls kaum auf Gewicht und Body Mass Index (BMI) aus. Vielmehr sind unter gleichaltrigen US-Kindern jene dicker, die der afroamerikanischen Bevölkerungsgruppe angehören oder aus ärmeren Bevölkerungsschichten stammen. Der in "Computers in Human Behavior" erschienenen Studie zufolge haben Gamer aber schlechtere Schulnoten und ein geringeres Selbstwertgefühl.
Nicht dick, aber lernschwach
In der Vergangenheit gab es bisweilen Studien, die einen Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Videospielen nahe legen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090818004/). Doch das Team um die Psychologieprofessorin Linda Jackson hat eine Gruppe von 482 Kindern mit einem Altersschnitt von zwölf Jahren untersucht und widerspricht dem gängigen Klischee dicker Gamer klar. Denn wenn Kinder viel Zeit vor Videospielen springen, hat das den Psychologen zufolge kaum Einfluss auf Gewicht oder BMI der Kinder. Noch weniger wirkt sich eine intensive Internetnutzung aus.
Die Studie bringt für Gamer aber nicht nur gute Nachrichten. Denn während sich gerade die Internetnutzung demnach positiv auf die Schulnoten auswirkt, haben Videospiel-Fans im Schnitt schlechtere Schulnoten. Gerade in Mathematik schneiden sie bei Tests schlechter ab. Außerdem sind Games nicht gut für das Selbstwertgefühl. Denn sie hemmen "die Entwicklung sozialer Fertigkeiten, die für die Entwicklung einer positiven Selbstwahrnehmung nötig sind", so die Psychologen.
Alter macht dick
Wenig überraschend ist das Studienergebnis, dass ältere Kinder schwerer sind. Allerdings steigt mit dem Alter auch der BMI. Da dieses Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße das ausschlaggebende Kriterium für Fettleibigkeit nach Definition der World Health Organization ist, steigt also mit dem Alter auch das Risiko von Übergewicht.
Für hohes Gewicht und einen hohen BMI ist zudem die Herkunft in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Der Analyse zufolge sind afroamerikanische Kinder deutlich schwerer und stämmiger als gleichaltrige Kaukasier. Außerdem haben die Forscher einen Zusammenhang mit dem Familieneinkommen gefunden. Kinder aus ärmeren Verhältnissen tendieren eher zu Übergewicht.
Thomas Pichler | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.msu.edu
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