Anzeige
Der Kampf gegen den Klimawandel hat die Bemühungen um den allgemeinen Umwelt- und Artenschutz in den Hintergrund gedrängt. Dies ist angesichts der dramatischen wirtschaftlichen Konsequenzen, die mit einer schwindenden Biodiversität verbunden sind, nicht zu rechtfertigen.
Der Rückgang der Artenvielfalt und die Beeinträchtigung der Ökosysteme haben verschiedenen Schätzungen zufolge allein 2008 finanzielle Verluste zwischen 2 und 4,5 Milliarden US-Dollar verursacht. Diese Summe entspricht einem Anteil von 3,3 Prozent bis 7,5 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.
In den Führungsetagen der meisten Unternehmen wird die schwindende Artenvielfalt dennoch nur selten als Problem wahrgenommen. Zu diesem Schluss kommt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in der Studie "Biodiversity and Business Risk".
18 Prozent der CEOs in Westeuropa halten Verlust der Biodiversität für ein Risiko - in Südamerika sind es 53 Prozent
So bewerteten im "Global CEO Survey 2010" von PwC lediglich 27 Prozent der rund 1.200 befragten Vorstandsvorsitzenden den Rückgang der Artenvielfalt als Risiko für das künftige Wachstum ihres Unternehmens. Den Klimawandel sehen immerhin 37 Prozent als potenzielle Gefahr für Umsatz- und Ertragsentwicklung.
Allerdings ist die Risikowahrnehmung der CEOs stark regional geprägt. Während in Nordamerika nur 14 Prozent und in Westeuropa 18 Prozent der Befragten den Rückgang der Biodiversität als Gefahr identifizieren, steht das Thema bei 34 Prozent der CEOs in Asien und sogar bei 53 Prozent in Südamerika auf der Agenda.
"Offensichtlich sind die Risiken durch den Schwund natürlicher Ressourcen in den Industrieländern weitaus weniger präsent als in den Schwellenländern mit wachsender Bevölkerung und stetig steigendem Nahrungsmittelbedarf. Es ist jedoch ein Irrglaube, dass sich die Folgen der Umweltzerstörung in der globalisierten Wirtschaftswelt regional begrenzen lassen", sagt Barbara Wieler, verantwortlich für den Bereich Sustainable Business Solutions im Bereich Advisory von PwC.
Komplexe Wechselwirkungen zwischen Biodiversität und globalen Risiken
Die Wechselwirkungen zwischen dem Rückgang der Artenvielfalt und zahlreichen anderen globalen Risiken und Entwicklungen sind vielfältig. Nicht nachhaltige Entwicklungsmuster (Syndrome) der globalisierten Welt wie z.B. der Raubbau an natürlichen Ressourcen, landwirtschaftliche Übernutzung oder ungeregelte Urbanisierung führen zum Verlust von Biodiversität und werden gleichzeitig durch den Mangel an Artenvielfalt noch verschlimmert. Wenn beispielsweise Mangroven-Wälder gerodet werden, um Platz für Shrimp-Zuchtfarmen zu schaffen, sind die Küsten den Flutwellen eines Tsunamis noch schutzloser als zuvor ausgeliefert. Die Folgen wurden zuletzt in Südostasien bei der Flutkatastrophe von 2004 sichtbar. Die Schäden des Hurricanes Katrina werden mit rund 150 Milliarden US Dollar weit höher als die Ausgaben beziffert, die für einen nachhaltigen Schutz der Küstengebiete der Region veranschlagt wurden. Der Verlust von Biodiversität ist in der Regel mit Risiken verbunden, die finanzielle Verluste nach sich ziehen, teilweise von bis zu mehreren hundert Milliarden Dollar.
Ökonomische Schäden machen sich bereits kurzfristig bemerkbar
Die wirtschaftlichen Folgen ökologischer Schäden machen sich auch kurzfristig bemerkbar. So kostete im Jahr 2007 das Aussterben eines Großteils der nordamerikanischen Bienenschwärme die Produzenten in den USA rund 15 Milliarden US-Dollar. Die Folgen der Bodenerosion schlagen in Europa derzeit mit 53 Euro pro Hektar jährlich zu Buche. Extensive Rodung von Wäldern auf den Philippinen und damit einhergehender Wassermangel führt dazu, dass das regionale 100 Megawatt-Wasserkraftwerk nur in Intervallen arbeiten kann und eine zuverlässige Stromversorgung nicht mehr möglich ist, was wiederum zu Produktionseinbußen in der Wirtschaft führt.
Biodiversität in das Risikomanagement integrieren
Ob und in welchem Ausmaß der Rückgang der Biodiversität ein unmittelbares unternehmerisches Risiko darstellt, ist je nach Branche und Geschäftsmodell unterschiedlich. Es sind jedoch bei weitem nicht nur Unternehmen aus Primärindustrien wie dem Bergbau, der Mineralöl- und Gasbranche oder der Land- und Forstwirtschaft betroffen. Die Konsumgüterindustrie ist z.B. durch den Mangel oder gestiegene Kosten von Ressourcen und die Auswirkungen auf ihre Wertschöpfungs-kette anfällig für Risiken, die mit dem Verlust der Ökosysteme verbunden sind.
Mögliche Risiken müssen systematisch erfasst und ihre Auswirkungen evaluiert werden. So drohen beispielsweise nicht nur direkte Verluste durch Dürren oder Überschwemmungen, sondern auch Mehrkosten durch staatliche Regulierung, etwa Umweltschutzauflagen und -abgaben oder auch Importverbote.
Schließlich kann für durchweg alle Branchen der Umgang mit dem Thema Biodiversität erhebliche Auswirkungen auf das Unternehmensimage und damit den Markenwert haben. Das gilt insbesondere für konsumnahe Unternehmen. "Unternehmen sollten ihr Management von Umweltrisiken gegenüber den verschiedenen Stakeholder-Gruppen transparent machen und vertreten", so Barbara Wieler. " Auf diese Weise können sie langfristig für sich selbst eine größere Planungssicherheit schaffen und letztlich auch bessere, allgemein verbindliche Regeln für den Erhalt der Biodiversität fördern".
Die komplette Studie steht zum kostenfreien Download unter www.pwc.de/de/biodiversity bereit.
Nicole Susann Roschker | Quelle: presseportal
Weitere Informationen: www.pwc.de/
www.pwc.de/de/biodiversity
Weitere Berichte zu: Artenvielfalt > Biodiversität > Bodenerosion > Buche > Business Vision > CEO > Klimawandel > PwC > Ressource > Ökosystem
Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Ein Kilogramm Fleisch so klimaschädlich wie bis zu 1600 Kilometer Autofahrt
24.05.2012 | FEWD Forschungsstelle für Ethik u. Wissenschaft im Dialog, Universität Wien
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten