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Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung soll nach dem Willen der Bundesregierung auf bis zu 40 Prozent im Jahr 2020 steigen. Um angesichts der stark schwankenden Erzeugungsleistungen erneuerbarer Energien die Stabilität der Netze zu gewährleisten, sind laut VDE-Energieexperten ausreichende Speicherkapazitäten bereitzustellen.
Dabei bieten insbesondere große stationäre Wasserstoffspeicher enormes Potenzial für die Aufnahme von Stromüberschüssen. Der Wasserstoff ließe sich dann je nach Bedarf wieder verstromen oder aber in Hybrid-Elektrofahrzeugen für mehr Reichweite einsetzten. Auf diese Weise könnten E-Autos bei einem Großteil der jährlich mehr als 60 Milliarden Autofahrten in Deutschland Benziner und Diesel ersetzen.
Damit würden das Energienetz und der Verkehrssektor zusammenwachsen, Wind- und regenerative Energien effizient genutzt und der CO2-Ausstoß verringert, so die Prognose der aktuellen VDE-Studie "Energiespeicher in Stromversorgungssystemen: Trends, Perspektiven, Chancen".
Für eine schnelle Markteinführung kommen laut Studie zunächst sogenannte Plug-in-Hybridfahrzeuge mit Lithium-Ionen-Batterie und zusätzlichem Verbrennungsmotor in Frage. Langfristig wird jedoch das "Brennstoffzellenhybridfahrzeug" (Kombination von Batterie und Wasserstoff-Brennstoffzelle) favorisiert. Diese Variante ist effizienter, an jeder Steckdose betankbar und vergrößert umweltfreundlich die Reichweite. In jedem Fall bieten Speichersysteme im Verkehr nicht nur Perspektiven für die E-Mobility, sondern auch attraktive Potenziale zur Entkopplung von Stromerzeugung und -bedarf. Denn während zentrale Großspeicher (Pumpspeicher, Druckluft, Wasserstoff) investitionsintensiv sind, lassen sich Elektrochemische Speicher (Batterien) schnell und flexibel errichten und stellen damit eine gute Lösung für den wachsenden Speicherbedarf dar. Zu den wirtschaftlich interessanten Optionen gehören vor diesem Hintergrund der Ausbau des Netzes, die Optimierung des Last- und Erzeugungsmanagements, die Nutzung von thermischen Speichern und die gezielte Mitnutzung von Speichern in Anwendungen, die ohnehin Speicher benötigen: so vor allem in Elektrofahrzeugen.
Um nun eine flächendeckende Infrastruktur für die Betankung von Brennstoffzellenhybridfahrzeug zu schaffen, bedarf es nach Ansicht des VDE einer konzertierten Aktion von Energie- und Kraftstoffversorgern, Fahrzeugindustrie und öffentlicher Hand. So könnten durch eine gezielte Anschubfinanzierung das hohe Risiko der Anfangsinvestitionen - insbesondere für die Tankstellen - gemindert und Kaufanreize für den Bürger geschaffen werden. Aber auch in die Forschung und Entwicklung sowie in die industrielle Basis von Speichersystemen müsste schnellstmöglich investiert werden. Denn im internationalen Vergleich hinken Deutschland und Europa Nordamerika, Japan und Australien hinterher. Und wenn die neuen Speichertechnologien den Sprung in den Markt nicht schnell genug schaffen, könnte sogar der Ausbau der erneuerbaren Energien auf halber Strecke liegen bleiben. Neben direkter Forschungsförderung für die Anwendung von Speichertechnik plädiert der VDE daher für Anreizprogramme nach dem Vorbild des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
Melanie Mora
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