Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens     3M    n-tv
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Auf der Suche nach dem perfekten Skischuh

05.02.2013
Zwischen Fahrkomfort und Sicherheit: Robert Hecht von der Professur Bewegungswissenschaft der TU Chemnitz ist auf der Suche nach dem idealen Skischuhmodell

Anzeige

"Ein Skischuh ist kein bequemer Hausschuh, sondern ein Sportgerät", ruft Robert Hecht all jenen zu, für die beim Kauf von Skischuhen ein hohes Komfortempfinden wichtiger ist als die funktionellen Eigenschaften.


Der Wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft der Technischen Universität Chemnitz plädiert eher für die Verwendung schmalerer und sportlicher Leistenbreiten. "Nur ein sehr gut sitzender Schuh nimmt positiven Einfluss auf die motorischen Bewegungssituationen beim Skifahren", sagt der Sportwissenschaftler. Eine unzureichende Passform wirke sich beispielsweise negativ auf die Gleichgewichtsfähigkeit aus, was wiederum die Fahrleistung beeinträchtige.

Seit drei Jahren untersucht Hecht die Auswirkungen von Skischuhen auf die Füße und auf die Fahrperformance. Unter anderem zogen 82 Probanden im Chemnitzer Biomechaniklabor Skischuhe mit einer Leistenbreite von 98 Millimetern und einer Komfortbreite von 103 Millimetern an und absolvierten mehrere Gleichgewichts- und Fußsensibilitätstests. Eigens dafür entwickelte Hecht auch spezielle Messplätze, mit deren Hilfe typische, beim Skilaufen auftretende Vibrationen erzeugt werden können. Die Probanden mussten angeben, ab wann sie Reize wahrgenommen haben. Außerdem absolvierten die Testpersonen im Labor auf einer zweidimensionalen Kraftmessplattform skispezifische Bewegungssituationen. "Derartige standardisierte Testbedingungen erhält man natürlich nicht auf einem realen Skihang, sie sind jedoch für eine Grundlagenforschung auf diesem Gebiet notwendig", sagt Hecht. Um weitere Informationen zu erhalten, untersuchte er außerdem an Teilnehmern eines SkiMAGAZIN-Skitests die Veränderungen
der Füße im Tagesverlauf.

Sein allgemeines Fazit lautet: "Engere Skischuhe führen im Vergleich zu komfortableren Modellen durch die bessere Reizwahrnehmung zu einer höheren Gleichgewichtsfähigkeit und damit zu einer verbesserten Skisteuerung, wodurch auch von einer Minimierung des Verletzungsrisikos und von einer höheren Sicherheit beim Fahren ausgegangen werden kann." Aus seiner Sicht werden Skischuhe beim Kauf häufig zu groß oder bequem gewählt. Außerdem würden Skischuhe über einen sehr langen Zeitraum genutzt, so dass von einer Veränderung der Material- und Fahreigenschaften auszugehen sei. Genauere Informationen liegen diesbezüglich jedoch nicht vor, weitere Studien sind deshalb notwendig.

Hechts Ziel ist es, dem Endverbraucher konkrete Empfehlungen für die Suche nach dem perfekten Skischuh mit auf den Weg zu geben. "Eine goldene Regel zum Skischuhkauf kann allerdings nicht ohne weiteres aufgestellt werden, da Füße so unterschiedlich sind wie die Menschen selbst", sagt er. Auf Grund der Untersuchungsergebnisse solle man mit Blick auf eine hohe Funktionalität des Skischuhs Einschränkungen im Komfort in Kauf nehmen und sich mit dem Thema der Schuhauswahl lieber etwas intensiver auseinandersetzen.

Weitere Informationen erteilt
Robert Hecht,
Telefon 0371 531-36765,
E-Mail robert.hecht@hsw.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | Quelle: Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen: www.tu-chemnitz.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starkes Erdbeben in außergewöhnlicher Tiefe


Heute morgen um 05:45 MESZ bebte die Erde unter dem Okhotsk-Meer im Nordwestpazifik. Das Beben mit einer Magnitude von 8,2 fand in einer außergewöhnlichen Tiefe von 605 Kilometern statt.

Wegen der großen Tiefe des Bebens ist nicht mit einem Tsunami zu rechnen und es dürften auch keine größeren Schäden durch Erschütterungen auftreten.

Professor Frederik Tilmann vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ sagt dazu: „Der Bebenherd liegt außergewöhnlich tief, weit unterhalb der Erdkruste im Erdmantel. Solch starken Beben in dieser Tiefe treten ...

Im Focus: Die Geburtsstunde des Atlantiks - Internationales Forscherteam sucht nach der Wiege des Großen Teichs


Ein internationales Team von Meeresforschern bricht diese Woche zu einer Expedition in den Nordostatlantik vor die Küste Galiziens auf.

Mit zwei Forschungsschiffen, der amerikanischen MARCUS G. LANGSETH und der deutschen POSEIDON wollen die Wissenschaftler mehr über die Geburtsstunde des Atlantiks erfahren, die vermutlich etwa vor 200 Millionen Jahren begann. Mit an Bord sind Geophysiker vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Es ist schon sehr lange her, man schätzt etwa ...

Im Focus: Ein Quantensimulator für magnetische Materialien


Physiker der ETH Zürich haben einen Quantensimulator entwickelt, in dem Atome das Verhalten von Elektronen in magnetischen Materialien nachahmen.

Damit können schwierig zu verstehende Eigenschaften neuartiger Materialien systematisch untersucht werden, was letztlich auch zur Entwicklung neuer magnetischer Materialien führen könnte.

Weshalb ein Kühlschrankmagnet an bestimmten metallischen Oberflächen haften bleibt, das verstehen Physiker in jedem Detail. Magnetische Materialien existieren jedoch auch in exotischen Varianten, deren Eigenschaften trotz jahrzehntelanger Forschung noch weitgehend ...

Im Focus: Der Klimawandel macht nur Pause


Die Erderwärmung geht weiter, auch wenn die schlimmsten Prognosen weniger wahrscheinlich werden

Die Erderwärmung stellt Klimaforscher immer wieder vor Rätsel, aber eines steht so gut wie fest: In den nächsten Jahrzehnten wird sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde weiter erhöhen, auch wenn sie in den Jahren von 2001 bis 2010 deutlich langsamer gestiegen ist als im Jahrzehnt zuvor.

Das belegt die neue ...

Im Focus: Der richtige Blick für Spiegelmoleküle


Eine neue Methode kann links- und rechtshändige Moleküle zuverlässig unterscheiden

Die Chemie des Lebens kennt rechtshändige und linkshändige Moleküle, die ganz unterschiedliche Wirkung haben können. Ein amerikanisch-deutsches Forscherteam hat jetzt eine neue Technik entwickelt, mit der sich diese beiden spiegelbildlichen Varianten eines Stoffs zuverlässig auseinanderhalten lassen.

Die Methode erkennt die sogenannten Enantiomere einer Verbindung im Prinzip sogar in Stoffgemischen. Die Technik ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Mit dem Oxid-Cluster zum Rechner der Zukunft

24.05.2013 | Informationstechnologie

Spheres can form squares

24.05.2013 | Biowissenschaften Chemie

Atlantic Research Expedition Uncovers Vast Methane-Based Ecosystem

24.05.2013 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Die nachhaltige Stadt – ein Zukunftsmodell?

24.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

Aktuelle Batteriespeichertechnologien – Was braucht der Markt?

24.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

Werterhalt und Ressourceneffizienz von Bauwerken – Wege aus dem Instandhaltungsdilemma

24.05.2013 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp