Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Studie zeigt Potenzial für Pumpspeicherkraftwerke im Ruhrgebiet auf und analysiert Standorte

30.11.2011
Das Ruhrgebiet ist reich an aufgelassenen Zechen mit einem weit verzweigten unterirdischen Schachtsystem – dies könnte auch für den Energiebergbau der Zukunft ein wichtiger Standortvorteil sein.

Anzeige

Das Schachtsystem bietet nämlich nicht nur ausreichend Platz, sondern auch die erforderlichen Höhenunterschiede, um regenerativ erzeugten Strom zu speichern: Eine elektrisierende Idee eines interdisziplinären Forscherteams der Universitäten Duisburg-Essen (UDE) und der Ruhr-Universität Bochum (RUB) mit Experten des Steinkohlenbergbau-Betreiber RAG in Herne. Unterstützt werden sie dabei vom Mercator Research Center Ruhr (MERCUR), der Stiftung Mercator und der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR).


Das Prinzip ist so einfach wie genial: Bei hohem Strombedarf wird das Wasser aus dem hochgelegenen Speicherbecken abgelassen und zur Stromerzeugung über eine Turbine in das unterirdische Rohrsystem geführt. Wird mehr Wind- oder Solarenergie erzeugt, als verbraucht werden kann, wird der überschüssige Strom verwendet, um das Wasser wieder zu heben.

Dazu möchten die UAMR-Wissenschaftler die vorhandenen Gruben und Strecken des Ruhrbergbaus nutzen. Prof. André Niemann: „Der Ruhrbergbau hat in der Region eine einmalige Infrastruktur unter und über Tage hinterlassen, die hohe Kosten ersparen hilft und uns davor bewahrt, zusätzliche Landschaft zu verbrauchen.“ UDE-Rektor Prof. Ulrich Radtke: „Es ist richtig, jetzt die technische Machbarkeit dieser ökologisch reizvollen Idee zu bestätigen, allein schon vor dem Hintergrund des auslaufenden Steinkohlebergbaus. Die UAMR-Universitäten sind bereit, ihre Innovationskraft in diesen Prozess einzubringen.“

Potenzial im hohen zwei- bis dreistelligen Megawatt-Bereich

Die Ergebnisse der Forschergruppe zeigen das erhebliche Potenzial einer solchen Technik. So sind z.B. mehrere Größenordnungen an Pumpspeicheranlagen denkbar, abhängig von der jeweiligen Bergwerksinfrastruktur. Deshalb sollte auch jedes Bergwerk individuell bewertet werden, um die bestehende bergbauliche Infrastruktur optimal einbinden zu können. Prof. Niemann: „Die oftmals vernetzten Anlagen im Ruhrgebiet bieten besonders flexible Ausgangsbedingungen für die Pumpspeichertechnik und besitzen ein rechnerisches Potenzial im hohen zwei- bis dreistelligen Megawatt-Bereich.“

Unterstützung kommt aus dem NRW-Umweltministerium. Minister Johannes Remmel: „Bei diesem Thema gibt es nur Gewinner. Diese Art der Bergbaufolgenutzung bietet nicht nur der Region interessante Perspektiven, sondern kann auch dazu beitragen, die hochrelevante Energiespeicherfrage umweltschonend lösen zu helfen.“

Auch die für den Ruhrbergbau zuständige RAG AG signalisiert großes Interesse an dem Vorhaben. RAG-Zentralbereichsleiter Dr. Peter Fischer: „Gerne gehen wir gemeinsam mit den Universitäten und Betrieben des Reviers in die Entwicklung dieser spannenden Technologie. Wir werden mit diesem Ansatz einen nennenswerten Beitrag zur Energiewende in der Region leisten können.“

„Ein zentrales Ziel der Stiftung Mercator ist das Erreichen ambitionierter Klimaschutzziele. Deshalb unterstützen wir die Erforschung dieses Stromspeicherkonzepts, das ein wichtiger Beitrag des Ruhrgebiets für die Energiewende in Deutschland sein kann“, sagt Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „Zugleich fördern wir mit dieser Veranstaltung die Zusammenarbeit verschiedener Akteure für den Strukturwandel in der Metropole Ruhr.“

Tagung am 30.11.: Was lässt sich wann und wie realisieren?

Über den Energiebergbau des 21. Jahrhunderts und die damit verbundene Chance für das Ruhrgebiet diskutieren die Stiftung Mercator und die Universitätsallianz Metropole Ruhr am Mittwoch, 30. November, gemeinsam mit zahlreichen namhaften Vertretern aus Politik, Industrie und Wissenschaft: und zwar im Sanaa-Gebäude auf Zollverein in Essen. Können Bergwerke im Ruhrgebiet durch den Bau von Pumpspeicherkraftwerken in Zukunft eine neue Nutzung erfahren? Und kann dies zur Lösung eines der Schlüsselprobleme der Energiewende – der Speicherung regenerativer Energien – beitragen?

Das Land NRW und die beteiligten Projektpartner werden das Thema nun weiter verfolgen und in Kürze die nächsten Schritte gehen. Ziel wird sein, die Realisierbarkeit zu bestätigen und eine Konzeption für eine Pilotanlage auszuarbeiten. Dabei sollen neben den technischen Belangen auch die energiewirtschaftlichen, die rechtlichen sowie die ökosystemaren Auswirkungen betrachtet werden. Hierzu gibt die Veranstaltung weitere Ausführungen.

Veranstalter der Tagung ist die Stiftung Mercator sowie die Forschergruppe „Pumpspeicherkraftwerke unter Tage“ der Universität Duisburg-Essen und der Ruhr-Universität Bochum. Sie wird in Kooperation mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und der RAG AG durchgeführt.

Weitere Informationen:
Die UAMR-Forschergruppe UPW (Unterflur-Pumpspeicherwerke)
• Prof. Dr. André Niemann, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der UDE, Tel. 0201/183-2805, andre.niemann@uni-due.de
• Prof. Dr. Eugen Perau, Fachgebiet Geotechnik an der UDE, Tel. 0201/183-2858, eugen.perau@uni-due.de
• Prof. Dr. Ulrich Schreiber, Fachgebiet Geologie an der UDE, Tel. 0201/183-3100, ulrich.schreiber@uni-due.de
• Prof. Dr. Hermann-Josef Wagner, Lehrstuhl für Energiesysteme und Energietechnik an der RUB, Tel. 0234/32-28044, lee@lee.rub.de

Beate Kostka | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ua-ruhr.de/index.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

nachricht Ein Kilogramm Fleisch so klimaschädlich wie bis zu 1600 Kilometer Autofahrt
24.05.2012 | FEWD Forschungsstelle für Ethik u. Wissenschaft im Dialog, Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp