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Da es bislang keine zugelassene Therapie gibt, mit der direkt nach einem frischen Biss begonnen werden kann, nimmt die Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln derzeit an einer multizentrischen Studie zum Thema Borreliose teil.
Die Forscher wollen dabei ein innovatives Behandlungskonzept testen, das die gefährliche Infektion sofort nach dem Biss unterbinden soll.
Bei Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die durch Zeckenbisse übertragen werden kann. Jeder, der von einer Zecke gebissen wurde, kann sich mit Borreliose infizieren. „Die Innovation besteht darin, dass jetzt nicht gewartet wird, ob ein Patient Symptome einer Erkrankung, wie beispielsweise die Wanderröte zeigt, sondern dass direkt nach dem Zeckenstich das zu prüfende Gel auf die betroffene Stichstelle aufgetragen wird“, erläutert Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer, Leiter der Infektiologie an der Uniklinik Köln.
Ziel der klinischen Studie ist es, dass die Patienten gar nicht erst an Borreliose erkranken, da die Krankheitserreger lokal in der Haut abgetötet werden sollen. Bei dem zu untersuchenden Arzneimittel handelt es sich um ein antibiotikahaltiges Gel, das zweimal täglich für drei Tage direkt auf die Bissstelle aufgetragen wird.
Zur Studie zugelassen sind Personen zwischen 18 und 80 Jahren, die von einer Zecke gebissen wurden und die Zecke noch in der Haut haben oder diese mitbringen können. Patienten, die sich für die Teilnahme an der Studie interessieren, können sich auf der eigens eingerichteten Internetseite www.zeckenstudie.com oder bei der Telefon-Hotline 00800 2151 3692 näher informieren und mit den beteiligten Ärzten, die dort aufgeführt sind, Kontakt aufnehmen.
Hintergrund:
Schätzungen gehen davon aus, dass jede zweite Zecke in Deutschland mit Borrelien infiziert ist. Die Symptome der Borreliose sind sehr vielschichtig, viele der Beschwerden können auch bei anderen Krankheiten und noch Monate oder Jahre nach dem Zeckenbiss auftreten – was die Diagnose häufig erschwert. Für eine sofortige Behandlung nach einem frischen Zeckenbiss gibt es derzeit keine zugelassene Borreliose-Therapie. Daher wird bisher häufig erst bei eindeutigen Erscheinungen der Borreliose, wie beispielsweise der Wanderröte, eine Behandlung mit Antibiotika durchgeführt.
Für Rückfragen:
Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer
Klinik I für Innere Medizin / Schwerpunkt Klinische Infektiologie
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-3324
E-Mail: gisela.kremer@uk-koeln.de
Christoph Wanko
Pressesprecher
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-88757
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de
Christoph Wanko | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uk-koeln.de
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