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Der Ausstoß von Treibhausgasen ist in mehreren Teilen Europas höher als die Kapazität der Natur, diese aufzunehmen. Das zeigt eine Bilanz, die Wissenschaftler des europaweiten Projekts CARBOEUROPE in der Zeitschrift "Nature Geoscience" publiziert haben.
Auf Grundlage zahlreicher Messdaten und Modelle berechneten sie die stündlich vom Menschen verursachten Emissionen von Kohlendioxid (CO2), Lachgas und Methan zwischen den Jahren 2000 und 2005 und stellten diese in hoher Auflösung für ganz Europa dar.
Am meisten CO2 durch Energie, Verkehr und Industrie
Nach Sektoren gegliedert, sind die größten CO2-Emittenten die Energiewirtschaft, der Verkehr und die Industrie, wohingegen die Landwirtschaft besonders für Lachgas- und Methanausstöße verantwortlich ist. "Die genaue Identifizierung der größten Verursacher der Treibhausgase soll zeigen, worauf sich Maßnahmen der Reduktion besonders konzentrieren können", erklärt Balendra Thiruchittampalam vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart http://www.ier.uni-stuttgart.de gegenüber pressetext.
Sichtbar wird in der Bilanz auch, in welchen Regionen die Ausstöße an Treibhausgasen derart stark sind, dass die natürlichen Prozesse zu deren Senkung nicht mehr ausreichen. "Blickt man auf die CO2-Werte, sind davon vor allem die stark industrialisierten Regionen Mitteleuropas betroffen, allem voran das Ruhrgebiet und die Benelux-Staaten. Weiters gehört auch Südengland, Paris und die Poebene dazu", so Thiruchittampalam. Die Gebiete mit dem geringsten Ausstoß sind erwartungsgemäß die Ökosysteme dünnbesiedelter Gebiete wie Skandinavien oder Teile Russlands.
Auch Lachgas und Methan erwärmen die Erde
Ziel der Forscher war es, die Emissionen der drei wichtigsten Treibhausgase CO2, Lachgas und Methan quantitativ aufzuzeigen. Damit die Bilanz vollständig wurde, berücksichtigten sie dazu neben den anthropogenen Verursacher auch biogene Quellen und Senken. Zur Berechnung der vom Menschen verursachten Treibhausgase zog man Indikatoren aus allen Sektoren heran, beispielsweise die Kapazitäten von Kraftwerken und Industrieanlagen, Anzahl der Haushalte, Fahrleistungen des Straßenverkehrs, Flugbewegungszahlen und landwirtschaftliche Aktivitäten.
Abschließend verbanden die Forscher ihre Ergebnisse mit bereits existierenden Transportmodellen für CO2, Methan und Lachgas. Dadurch konnten sie deren Konzentration in der Atmosphäre zeigen, die eine wichtige Grundlage zu deren Bilanzierung darstellt. Auf diese Weise ist es möglich, die Fähigkeit der Natur zu berechnen, Treibhausgase wieder abzusenken.
Schutzfunktion der Wälder in Gefahr
In der Bilanzierung wird deutlich, dass Europas Wälder noch immer den größten Beitrag zur Senkung der Treibhausgase leisten. Es besteht jedoch akute Gefahr, dass sie diese Rolle bald verlieren. Schuld daran ist einerseits der Trend zu immer intensiverer landwirtschaftlicher Produktion als auch die häufigere Verwendung von Holz als Brennstoff wie zum Beispiel in Kleinfeuerungsanlagen.
"Auch wenn in Europa jährlich mehr Holz nachwächst als geerntet wird, könnten Wälder, Wiesen und landwirtschaftliche Flächen in absehbarer Zeit statt zu einer Senke sogar zu einer beträchtlichen Quelle von Treibhausgasemissionen werden", so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler um CARBOEUROPE Projektkoordinator Ernst-Detlef Schulze vom Jenaer Max-Planck-Institut für Biogeochemie http://www.bgc-jena.mpg.de .
Abstract des Artikels unter http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/abs/ngeo686.html
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.carboeurope.org
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