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Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft überaus gestresst waren, sind häufig Opfer von Schulprügeleien. Zu dieser Erkenntnis ist eine aktuelle Studie der University of Warwick gekommen. Stress und seelische Gesundheitsprobleme bei Schwangeren können sich negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken und sie später zu Gewalt-Opfer machen.
Für die Studie wurden rund 9.000 Kinder untersucht. Bei Stress wird eine hohe Anzahl an Neurohormonen in die Blutbahn ausgeschüttet, was die Stressreaktion des Fötus verändert. Kinder, die sensibler auf Stress reagieren wie mit weinen oder davonlaufen, werden öfter von anderen drangsaliert oder geschlagen.
Eltern und Pädagogen als Mediatoren
"Sensiblere Kinder werden ungerechterweise oft von aggressiveren gemobbt. Hier sind Pädagogen und Eltern aufgerufen, einzuschreiten und sanftmütige Kinder nicht zu Opfer werden zu lassen", erklärt die Klinische Psychologin Theresia Herbst http://sicherebindung.at im pressetext-Interview. Auch aggressive Schüler bräuchten Unterstützung. Ihr Verhalten ist oft ein Hilferuf. Kinder besitzen noch nicht die geistige Reife, ihr Verhalten zu regulieren und zu reflektieren. Um das zu lernen, benötigen sie Erwachsene.
Schlechte Bedingungen - wie das fehlende Bewusstsein über die Bedeutung von sicheren Bindungen in der Familie, Kitas und Schulen sowie zu viele Kinder in zu kleinen Klassenräumen oder überlastete Familiensysteme - äußern sich häufig in Konflikten zwischen Minderjährigen. "Wo es ein gutes soziales Klima gibt, findet eine solche Gewalt jedoch kaum statt", führt die Psychologin aus. Ein vertrauensvolles, intaktes Band zur Familie sei demnach überaus wichtig und gilt als erster Schutzmantel. "Kinder mit familiärem Rückhalt sind nicht so verletzlich, denn sie wissen, dass sie ihr Problem ihren Eltern oder einer anderen engen Bindungsperson anvertrauen können und Hilfe erhalten", erläutert Herbst.
Frauen müssen Wohlbefinden erspüren
Stress während der Schwangerschaft kann für das Kind eine Vielfalt an Auswirkungen haben. "Es gibt mehrere Studien, die belegen, dass chronischer Stress die Hirnstruktur verändert, die Lernfähigkeit dämpfen und die eigene Stressverarbeitung einschränken kann", so die Expertin. Man kann davon ausgehen, dass ein chronisch hoher Stresshormonspiegel zu Anpassungsreaktionen führt, der sich auf die gesamte seelische und körperliche Entwicklung negativ auswirken kann.
"Schwangere Frauen sollen ermutigt werden, ihr individuelles Wohlbefinden selbst spüren und beeinflussen zu lernen und nicht einfach vorgeschriebenen Rezepten folgen", erklärt Herbst. Wichtig seien hier vor allem die sozialen Beziehungen zu ihren engsten Angehörigen, Freunden und Vertrauten, allen voran die Unterstützung durch den Partner.
In Schulen wiederum sei es in dieser nervösen Zeit wichtig, die Anzahl der Schüler in Klassen deutlich zu reduzieren, damit Pädagogen besser auf einzelne Kinder und Gruppendynamik eingehen können und ein gutes soziales Klima geschaffen werden kann.
Andreea Iosa | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www2.warwick.ac.uk
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