Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Sport hilft gegen Schwangerschaftsdiabetes

19.11.2009
Studie zeigt positive Folgen der Bewegung auch bei Hochschwangeren

Anzeige

Betreiben Schwangere mäßigen Sport, kann dies das ungeborene Kind vor bestimmten Folgen der Schwangerschaftsdiabetes sowie vor Übergewicht schützen. Bei normalem Schwangerschaftsverlauf dürfte es dabei keine negativen Auswirkungen geben, berichten Forscher vom Karolinska Institute und der Universidad Politécnica de Madrid im "International Journal of Obesity".


Darüber hinaus konnten sie zeigen, dass ohne regelmäßige Bewegung das Körpergewicht der Mutter vor der Schwangerschaft direkten Einfluss auf das Geburtsgewicht des Kindes hat.

An der Studie nahmen 160 gesunde schwangere Frauen teil, die kein vorhersehbares Risiko für eine Frühgeburt aufwiesen. Gemeinsam hatten sie auch, dass sie weniger als eine Stunde pro Woche Sport betrieben hatten, bevor sie schwanger wurden. "Im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester durchlief ein Teil der Frauen unter ärztlicher Überwachung ein Trainingsprogramm. Dieses beinhaltete Übungen der Körperformung mit leichten Hanteln und anderen Widerständen", berichtet Studienleiter Jonatan Ruiz im pressetext-Interview. Der zweite Teil der Versuchsgruppe betrieb zur Kontrolle keinen Sport.

Keine Nachteile, zahlreiche Vorteile

Parallel zum Sportprogramm wurden Körpergewicht und Größe der Kinder während der Schwangerschaft und bei der Geburt verfolgt. Dabei konnte eine noch immer weit verbreitete Meinung widerlegt werden. "In der Sportgruppe zeigten sich keine Unterschiede zur Kontrollgruppe, was Körpergröße oder Gewicht der Kinder betraf. Es gibt somit keine negativen Auswirkungen von leichtem Sport im zweiten und dritten Trimester auf die Gesundheit des Kindes", so Ruiz.

Blieb die Suche nach Nachteilen des Sports ergebnislos, zeigten sich mehrere Vorteile. Denn während das Gewicht der Mütter vor Schwangerschaftseintritt in direktem Zusammenhang mit dem Gewicht des Neugeborenen stand, war das bei der Sportgruppe nicht der Fall. Ebenso zeigte sich, dass infolge von Sport das Risiko für das Kind gesenkt wurde, nach einer Schwangerschaftsdiabetes mit einem unverhältnismäßig großem Körper zur Welt zu kommen.

Bessere Ansprache auf Insulin

Diese Beobachtung erklärt Ruiz durch die Veränderung im Zuckerspiegel der Mutter, die durch die körperliche Aktivität ausgelöst wird. "Regelmäßige Bewegung senkt den Zuckerwert der Mutter, da sie dadurch stärker auf Insulin anspricht und ihre Aufnahme von Blutzucker in die Fasern der Skelettmuskeln verbessert." Das könne wiederum den Weitertransport von Blutzucker an den Embryo verringern und die Risiken senken, die man mit hohem Zucker verbindet.

Ausgangsmotiv der Forschung ist die Überprüfung der lang gehegten Vorstellung, Schwangere sollten sich möglichst wenig bewegen. "Man riet ihnen früher, Sport und auch Arbeitstätigkeiten einzustellen, da dies zur frühen Fehlgeburt oder zur schlechteren Durchblutung der Plazenta führen könne", erklärt Ruiz. Noch 1985 empfahlen US-Gynäkologen Schwangeren, höchstens 15 Minuten Rad zu fahren oder zu joggen und eine Pulsrate von unter 140 zu wahren. Erst später kam Sport und Bewegung bei Schwangeren in Mode, zudem bei gutem Verlauf der Schwangerschaft auch keine wissenschaftliche Gegenargumente gefunden wurden.

Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: ki.se

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

nachricht Ein Kilogramm Fleisch so klimaschädlich wie bis zu 1600 Kilometer Autofahrt
24.05.2012 | FEWD Forschungsstelle für Ethik u. Wissenschaft im Dialog, Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp