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ROADMAP Studie: Olmesartan beugt Nierenschäden bei Typ 2 Diabetikern vor

11.03.2011
Diabetiker tragen ein hohes Risiko, eine chronische Nierenerkrankung zu erwerben. Erstes Zeichen dieser „diabetischen Nephropathie“ ist die Mikroalbuminurie. Sie bezeichnet die Ausscheidung von geringen Mengen des Proteins Albumin mit dem Urin. Dass mit dem blutdrucksenkenden Medikament Olmesartan eine effektive Prävention möglich ist, zeigen die Ergebnisse der ROADMAP Studie (Leitung Prof. Dr. H. Haller, MHH Hannover), die am 10. März in der weltweit renommiertesten Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden.

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Olmesartan, so die Autoren der Studie, ist bei nierengesunden Typ 2 Dia-betikern in der Lage, den Beginn der Nierenerkrankung signifikant zu verzögern oder zu verhindern. „Bislang“, so Prof. Dr. Lars Christian Rump, Direktor der Klinik für Nephrologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, Ko-Autor und im Steuerungskomittee mitverantworlich für die Studie, „wurden diese Angiotensin-Rezeptor-Blocker erst bei schon nachgewiesener Nierenerkrankung eingesetzt. Die vorliegende Studie suchte nach einer Möglichkeit der Vorbeugung ihrer Entwicklung.“ Ein sinnvoller Ansatz, so Rump, denn mehr als ein Drittel aller Dialysepatienten seien Diabetiker.


Insgesamt nahmen rd. 4.500 Patienten mit Typ 2 Diabetes über mehr als drei Jahre an der Studie teil. Olmesartan konnte in der Multicenterstudie in ganz Europa ein signifikantes Verzögern des Einsetzens der Mikroalbuminurie – von 576 Tagen in der Placebo-Gruppe zu 722 Tagen in der Gruppe, die mit 40 mg Olmesartan behandelt wurde (um 23 Prozent) bewirken. Bei den mit Olmesartan behandelten Patienten entstand in 8,2 Prozent der Fälle eine Mikroalbuminurie, während in der Placebo-Vergleichsgruppe 9,8 Prozent diese Schädigung entwickelten.

Die Studie weist in die Richtung, dass Diabetes-Patienten das Medikament zur Verhinderung einer diabetischen Nephropathie einnehmen sollten. Aber bei Patienten mit koronarer Herzerkrankungen sollte eine zu starke Blut-drucksenkung vermieden werden. „Die Prävention sollte nicht übertrieben werden“, sagt Rump. „Die idealen Zielblutdruckwerte, die bei Hypertonie durch Medikamente erreicht werden sollten, müssen für Patienten mit kar-dialen Vorerkrankungen überdacht werden. Wir empfehlen, bei ihnen an-stelle der bisher üblichen Werte von 120 zu 80 mmHg die höheren Werte 130-135 zu 80-85 mmHg anzustreben.“ Unsere Studienergebnisse, so Rump, werden die derzeit gängigen Leitlinien in Europa verändern.

Die positive Wirkung auf die Niere wird durch eine Hemmung des Renin-Angiotensin-System in der Niere erzielt. Olmesartan blockiert dieses Sys-tem, wodurch Schädigungen der Niere durch Angiotensin II verhindert werden. Bislang ging man davon aus, dass nur die Senkung des Blutdrucks in der Frühphase der Erkrankung eine therapeutische Wirkung hat. Erst bei fortgeschrittener Nierenerkrankung werden ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten zur Behandlung eingesetzt. Die Ergebnisse der ROADMAP-Studie zeigen, dass bereits die frühzeitige Therapie die Entstehung der Krankheit beeinflussen kann. Vermutlich wird die Funktion der kleinen Blutgefäße in der Niere, die Mikrozirkulation, beeinflusst und die gesteigerte Durchlässigkeit für Eiweiß gesenkt.

Kontakt: Prof. Dr. Lars C. Rump, Direktor der Klinik für Nephrologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81-17726

Susanne Dopheide | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uniklinik-duesseldorf.de/nephrologie
www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1007994?query=featured_home

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