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Viele frisch gebackene Väter leiden an postnatalen Depressionen, die meisten Fälle bleiben jedoch unentdeckt und unbehandelt. Einer von zehn Vätern könnte betroffen sein, warnen Wissenschaftler der Eastern Virginia Medical School.
Auch wenn diese Zahl geringer ist als bei den Müttern, ist sie doch höher als bisher wahrgenommen wird. Das Team um James Paulson und Sharnail Bazemore hat die medizinische Fachliteratur auf dieses Phänomen hin untersucht. Details der Studie wurden im Journal of the American Medical Association veröffentlicht.
Kritische Phase nach drei bis sechs Monaten
Schlafmangel, neue Verantwortungen und das Unterstützen einer Frau mit postnatalen Depressionen können bei Männern Auslöser sein. Die Wissenschaftler haben 43 Studien mit den Daten von 28.004 Eltern aus 16 verschiedenen Ländern ausgewertet. Zu diesen Ländern gehörten auch Großbritannien und die USA.
Es zeigte sich, dass die Väter allgemein in den ersten Wochen nach der Geburt am glücklichsten waren. Die Depressionen setzten nach drei bis sechs Monaten ein. Zu diesem Zeitpunkt waren mindestens zehn und bis zu 25 Prozent der Männer betroffen.
Geteiltes Leid
Die Depressionen scheinen auch zwischen den Eltern zu werden. Denn Männer sind viel eher betroffen, wenn auch ihre Partnerin an einer postnatalen Depression leidet. Paulson und Bazemore fordern laut BBC eine Verbesserung bei Diagnose und Behandlung von Vätern mit einem hohen Risiko.
Es gibt immer mehr Hinweise dafür, dass elterliche Depressionen entscheidende Auswirkungen auf die Emotionen, das Verhalten und die Entwicklung der Kinder haben. Depressionen bei einem Elternteil sollten laut den Wissenschaftlern zu einer sofortigen Untersuchung auch des anderen Elternteils führen. Prävention und Intervention sollten sich somit auf das Paar und die Familie konzentrieren statt nur auf einzelne Menschen.
Michaela Monschein | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.evms.edu
jama.ama-assn.org
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