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Neuer vielversprechender Ansatz bei der Therapie von Schmerzen

03.12.2012
Die Behandlung von Entzündungsschmerzen wird durch den Einsatz körpereigener opiat-ähnlicher Peptide verbessert.

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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Université Paris Descartes konnten zeigen, dass eine Schmerzbehandlung insbesondere dann erfolgreich ist, wenn Immunzellen und Nervenzellen außerhalb des Gehirns oder des Rückenmarks in die Therapie mit einbezogen werden. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals FASEB Journal* veröffentlicht.

Entzündungsschmerzen sind die häufigste Form schmerzhafter Erkrankungen. Sie treten beispielweise akut nach Operationen oder chronisch bei Erkrankungen wie einer rheumatischen Arthritis auf. Die Behandlung dieser Schmerzen ist jedoch oft schwierig, da sie selten auf konventionelle Therapien ansprechen. Zudem weisen Opiate, wie beispielsweise Morphium, gravierende Nebenwirkungen auf und auch Schmerzmittel wie Ibuprofen können bei längerfristiger Anwendung zu Magengeschwüren, inneren Blutungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen.


Durch die Aktivierung von Opiat-Rezeptoren in Nervenzellen außerhalb des Gehirns oder des Rückenmarks besteht die Möglichkeit, Schmerzen zu lindern, ohne dass Nebenwirkungen bekannt sind. Dabei werden die Rezeptoren mit synthetischen Opiaten oder körpereigenen opiat-ähnlichen Peptiden, bespielsweise Enkephaline und Endorphine, behandelt. Allerdings werden diese Peptide durch zwei bestimmte Enzyme, die Aminopeptidase N (APN) und die Neutrale Endopeptidase (NEP), schnell inaktiviert, so dass die schmerzlindernde Wirkung nicht anhält.

Ziel der Forschungsgruppe um Prof. Halina Machelska-Stein von der Klinik für Anästhesiologie am Campus Benjamin Franklin war es, den Abbau der körpereigenen opiat-ähnlichen Peptide direkt im entzündeten Gewebe zu verhindern. Im Tiermodell konnte gezeigt werden, dass Entzündungsschmerzen gemildert werden, wenn die beiden für den Abbau verantwortlichen Enzyme durch Enzymhemmer blockiert wurden. In Präparaten aus Immun- und Nervenzellen, die diese Enzyme enthielten, wurden die körpereigenen Peptide rasch abgebaut. Dies konnte verhindert werden, wenn die Präparate zuvor mit den Enzymhemmern Bestatin, Thiorpan oder P8B versehen wurden.

In der Folge war das Schmerzempfinden deutlich reduziert oder es entwickelte sich sogar völlige Schmerzunempfindlichkeit. „Eine Schmerzbehandlung, die den Schmerz am Ort seiner Entstehung durch körpereigene opiat-ähnliche Peptide bekämpft, kann selektiver und möglicherweise ohne Nebenwirkungen vorgenommen werden“, erklärt Prof. Machelska-Stein die Ergebnisse der Untersuchung. Darüber hinaus könnte eine solche Behandlung Folgereaktionen des Nervensystems verhindern, die zur Entwicklung chronischer Schmerzen führen.

*Schreiter A, Gore C, Labuz D, Fournie-Zaluski MC, Roques BP, Stein C, Machelska H. Pain inhibition by blocking leukocytic and neuronal opioid peptidases in peripheral inflamed tissue. FASEB J. doi: 10.1096/fj.12-208678

Kontakt:
Prof. Halina Machelska-Stein
Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin
Campus Benjamin Franklin
t: +49 30 8445 3851
halina.machelska[at]charite.de

Dr. Julia Biederlack | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.charite.de
anaesthesieintensivmedizin.charite.de/
www.fasebj.org/content/early/2012/08/21/fj.12-208678.full.pdf

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