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Neue Studie: Wer erklimmt die Bildungsleiter?

13.09.2011
Jugendliche mit einem Migrationshintergrund schneiden in Deutschland in der Schule häufig schlechter ab als Schüler aus einem rein deutschen Elternhaus.

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Nur wenige von ihnen schaffen den Wechsel auf eine weiterführende Schule. Warum das so ist, untersucht ein neues Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Empirische Bildungsforschung der Universität Würzburg.


Auch mehr als zehn Jahre nach den ersten Ergebnissen der Pisa-Studie zeigt sich in Deutschland ein erheblicher Unterschied im Bildungserfolg von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund. Dabei spielt das Elternhaus eine wichtige Rolle: Migrantenkinder, deren Eltern über gar keinen oder nur über einen niedrigen Schulabschluss verfügen, landen selbst besonders häufig auf der Hauptschule. Ausnahmen gibt es allerdings: Hin und wieder schaffen auch Schüler mit diesem Hintergrund den Wechsel auf die Realschule oder das Gymnasium.

Woher die Unterschiede kommen

„Bislang sind die Umstände, unter denen sich diese Schulartwechsel bei Migrantenschülern vollzie-hen, noch nicht hinreichend verstanden“, sagt Professor Heinz Reinders, Inhaber des Lehrstuhls für Empirische Bildungsforschung an der Universität Würzburg. Reinders und seine Mitarbeiter wollen deshalb untersuchen, welche Rolle Lernmotivation, der Glaube an die eigenen Fähigkeiten in der Schule (Stichwort: schulisches Selbstkonzept) und die selbstgesetzten Ziele (Stichwort: Bildungsaspiration) für einen erfolgreichen Übertritt an eine höhere Schule spielen. „Uns interessiert, welche individuellen Bedingungen möglicherweise für die Unterschiede bei Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund verantwortlich sind“, so Reinders.

Die Vorgehensweise

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren; Start ist im April 2012. Reinders und seine Mitarbeiter werden dann zum Einen bereits vorliegende Daten der Pisa-Studie einer gesonderten Analyse unterziehen. Zum Zweiten wollen sie mit einer eigenständigen Längsschnittstudie bei Migrantenschülern an Hauptschulen klären, unter welchen Voraussetzungen diese den Sprung auf einen höheren Bildungsweg schaffen.

Das Projekt ist Teil der Förderrichtlinie des BMBF zur Förderung von Forschungsvorhaben, die in Ergänzung zu Iglu-, Pisa- oder Tims-Studien besonders relevante Fragestellungen zur Verbesserung des Bildungssystems in den Blick nehmen.

Kontakt
Prof. Dr. Heinz Reinders, T: (0931) 318-5563,
E-Mail: heinz.reinders@uni-wuerzburg.de

Gunnar Bartsch | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-wuerzburg.de

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