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Neue ESMT-Studie definiert nachhaltige Geschäftsmodelle für europäische Banken

22.03.2010
  • Investment Banking und Wachstum durch Akquisitionen ist für viele Banken kein nachhaltiges Geschäftsmodell
  • Steigende Rendite bei weniger Risiko durch langfristige Kundenbeziehungen
  • Management der Kostenposition nur begrenzt Wert schaffend
  • Marktstrukturen haben in Deutschland, aber auch in Frankreich zu Geschäftsmodellen mit begrenzter Tragfähigkeit geführt

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Eine neue Studie der ESMT European School of Management and Technology, "European Banks: The Way Forward Toward Resilient Business Models", zeigt, dass für viele europäische Banken die Ausrichtung auf Investment Banking und Wachstum durch Akquisitionen kein nachhaligtes Geschäftsmodell darstellt.


Die Studie, die über einen Zeitraum von neun Jahren 65 europäische Banken erfasst, zeigt darüber hinaus, dass langfristiger Geschäftserfolg auf der Entwicklung und dem Angebot von Produkten und Dienstleistungen beruht, die sowohl Privat- wie Firmenkunden Nutzen bieten. Der Fokus auf Investment Banking hat in Europa nur wenigen Finanzinstituten langfristigen Erfolg beschert; für Banken wie UBS, Dresdner Bank und NATIXIS war er regelrecht katastrophal.

Laut den Verfassern der Studie, Dr. Jan Hagen von der ESMT und Felix Fremerey, sollte das Kundengeschäft mit mindestens 60 Prozent an der Bilanzsumme beteiligt sein. "Die Untersuchung konnte nachweisen, dass bei steigender Rendite durch langfristige Kundenbeziehungen die Ertragsschwankungen und damit das Risiko sinken", so Felix Fremerey, einer der Autoren. "Dieses Ergebnis erfordert ein sehr grundsätzliches Überdenken der bisherigen Geschäftsmodell-Annahmen zahlreicher Anbieter."

Darüber hinaus macht die Studie deutlich, dass eine auf Akquisitionen basierende Strategie kurzfristig Gewinn erwirtschaften kann, der Langzeitgewinn jedoch begrenzt ist. "Ab Erreichen einer kritischen Cost-to-income-Ratio von etwa 63 Prozent liefert eine weitere Kosten-fokussierte Strategie keine weiteren Ergebnispotenziale", sagt Autor Dr. Hagen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Banken in Spanien, Italien und dem Vereinigten Königreich international besser aufgestellt sind als die deutschen und französischen. "Die Studie verdeutlicht den Handlungsbedarf des deutschen Gesetzgebers im Hinblick auf das Drei-Säulen-System deutscher Banken", erklärt Dr. Hagen und ergänzt: "Ohne eine grundlegende Reform, die zu europaweit gleichen Spielregeln führt und auch die Privatisierung öffentlich-rechtlicher Institute vorsieht, werden die deutschen Banken im internationalen Vergleich weiter zurückfallen und an Bedeutung verlieren."

Kontakt:
Farhad Dilmaghani, Tel.: +49 (0)30 21231-1042, farhad.dilmaghani@esmt.org
Kristin Dolgner, Tel.: +49 (0)30 21231-1066, kristin.dolgner@esmt.org

Kristin Dolgner | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.esmt.org/info/latest

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