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Ist kürzer besser? Deutschlandweite Studie zur Tabakentwöhnung beginnt

23.01.2012
Mit einer der größten deutschlandweiten Studien (Bisquits) gehen Experten aus Heidelberg, Stuttgart, München, Chemnitz und Göttingen der Frage nach, ob ein kompaktes Angebot zur Tabakentwöhnung besser als die bisher etablierten mehrwöchigen Kurse sind.

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„Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht, ich habe es schon hundert Mal geschafft.“ In diesem Zitat Mark Twains spiegelt sich das Dilemma vieler Raucher wider: trotz mehrfacher Versuche und dem starken Wunsch das Rauchen aufzugeben, schaffen sie es nicht, vom Tabakrauchen loszukommen.


Leider führen nur 3-5 % der Aufhörversuche ohne Unterstützung zur langfristigen Rauchfreiheit. Der größte Teil der Raucher wird nach spontanen Aufhörversuchen also kurz- oder mittelfristig wieder rückfällig, obwohl nach jüngsten Umfragen mehr als 80 % der Raucher gerne aufhören oder deutlich reduzieren möchten. Aus wissenschaftlicher Sicht bietet eine Kombination aus verhaltenstherapeutischer und medikamentöser Unterstützung die beste Chance auf Erfolg.

Zwar sind mehrwöchige Kurse von Beratungs- und Entwöhnungszentren etabliert, jedoch nimmt nur ein kleiner Teil der Raucher solche Kursangebote in Anspruch. Für den Großteil der Raucher gibt es somit nur wenig wissenschaftlich fundierte Unterstützungsmaßnahmen in Deutschland.

Dies war der Ansatz, ein neues Angebot für aufhörwillige Raucher zu entwickeln, das bei Rauchern mehr Zuspruch finden soll. Der Kompaktkurs über zwei Termine soll jetzt unter der Leitung der Thoraxklinik Heidelberg in einer deutschlandweiten Studie an den Standorten Heidelberg, Stuttgart, München, Chemnitz und Göttingen auf seine Akzeptanz und seine Effektivität hin untersucht werden.

Rund 800 Raucher sollen in die Studie eingeschlossen werden, die damit eine der größten zur Tabakentwöhnung in Deutschland sein wird. Teilnehmen können prinzipiell alle Raucher ab 18 Jahre. Die besonderen Ein- und Ausschlusskriterien bespricht das jeweilige Zentrum gerne persönlich mit Interessierten.

Der Name der Studie leitet sich aus dem englischen Wort „brief“ (= kurz) ab und kann übersetzt werden mit „Kurzinterventionsstudie zum Rauchstopp“ (BISQUITS = Brief intervention study for quitting smoking).

Um wissenschaftliche Qualitätskriterien zu erfüllen, wird der neue Kompaktkurs gegenüber einem mehrwöchigen Kurs und gegenüber einer kurzen ärztlichen Beratung geprüft. Um eine Vorselektion der Raucher zu vermeiden werden sie den einzelnen Behandlungen zufällig zugeteilt (sog. Randomisierung).

Um keine Verzerrung der Wirklichkeit innerhalb der Studie zu bekommen, ist es den Studienleitern aus Heidelberg und Stuttgart wichtig, die Studie unter den Bedingungen stattfinden zu lassen, innerhalb welcher Tabakentwöhnung in Deutschland aktuell stattfindet. Das bedeutet für die Patienten, dass Sie für Kurse und ggf. auch für Medikamente zunächst selbst zahlen und dann bei ihrer Krankenkasse eine Kostenbeteiligung beantragen müssen. Nach Abschluss der Studie erhalten die Teilnehmer eine Aufwandsentschädigung.


Kontakt:
Interessierte Raucher können sich für weitere Informationen oder für die Teilnahme an die lokalen Studienzentren wenden. Ansprechpartner in München ist die Spezialambulanz für Tabakabhängigkeit am Klinikum der LMU, Dr. Tobias Rüther und Andrea Linhardt, 089-5160-5707, Nußbaumstr. 7, 80336 München,
E-Mail: ml-Nichtraucher@med.uni-muenchen.de
www.tabakambulanz.de


Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2010 an den Standorten Großhadern und Innenstadt 465.000 Patienten ambulant, teilstationär und stationär behandelt worden. Die 45 Fachkliniken, Institute und Abteilungen sowie 35 interdisziplinäre Zentren verfügen über mehr als 2.200 Betten. Von insgesamt über 10.000 Beschäftigten sind rund 1.800 Mediziner. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2010 rund 70 Millionen Euro an Drittmitteln verausgabt und ist seit 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.
Gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität ist das Klinikum der Universität München an sechs Sonderforschungsbereichen der DFG (SFB 455, 571, 594, 596, 684, 824), an drei Sonderforschungsbereichen-/Transregio (TR 05, TR 22, TR 36), einer Forschergruppe (FOR 535) sowie an drei Graduiertenkollegs (GK 1091 und 1202, SFB-TR 36) beteiligt. Hinzu kommen die drei Exzellenzcluster „Center for Integrated Protein Sciences“ (CIPSM), „Munich Center of Advanced Photonics“ (MAP) und „Nanosystems Initiative Munich“ (NIM) sowie die Graduiertenschule „Graduate School of Systemic Neurosciences“ (GSN-LMU).

Philipp Kreßirer | Quelle: Klinikum der Universität München
Weitere Informationen: www.klinikum.uni-muenchen.de

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