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Krebs ist die teuerste Krankheit weltweit

17.08.2010
Zunehmend sind auch Entwicklungsländer betroffen

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Krebs ist die weltweit teuerste Krankheit und ist auch eine der häufigsten Todesursachen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der American Cancer Society, die bei einer weltweiten Krebskonferenz in China präsentiert wird. Krebserkrankungen kosten durch Produktivitätsverlust und Tod mehr als Aids, Malaria, Influenza und andere übertragbare Krankheiten.


Chronische Erkrankungen inklusive Krebs, Herz-Kreislaufkrankheiten und Diabetes machen rund 60 Prozent aller Todesfälle aus. "Allerdings fließen weniger als drei Prozent der öffentlichen und privaten Gelder, die für die globale Gesundheit verwendet werden, in diese Erkrankungen", so Rachel Nugent vom Center for Global Development, einem in Washington DC ansässigen Forschungsgruppe.

Chronische Erkrankungen vernachlässigt

"Dass die chronischen Erkrankungen global zunehmen, ist eindeutig und dass sie vernachlässigt werden auch", bestätigt Wolfgang Hein vom GIGA Institut für Lateinamerika-Studien und Autor der Global Health Studie Kompass 2020 gegenüber pressetext. Ob die finanzielle Gewichtung auch tatsächlich so verteilt ist, sei unklar, meint der Forscher. "Fest steht, dass in der internationalen Kooperation zu wenig finanzielle Mittel für chronische Erkrankungen vorhanden sind."

2008 haben Krebserkrankungen weltweit 895 Mrd. Dollar gekostet - das sind rund 1,5 Prozent des weltweiten BIP. Dabei sind aber nur die Kosten der Behinderungen und der verlorenen Lebensjahre mitberechnet. Behandlungskosten sind darin nicht erfasst. 2008 starben nach WHO Berechnungen rund 7,6 Mio. Menschen an Krebs, jährlich werden 12,4 Mio. Neuerkrankungsfälle diagnostiziert.

Tabak und Fettleibigkeit tragen Hauptschuld

Tabak und Fettleibigkeit sind zunehmend schuld an der Zunahme der chronischen Erkrankungen. Impfstoffe und bessere Behandlungen haben zu einem Rückgang mancher Infektionskrankheiten geführt. Viele Gesundheitsgruppen fordern seit Jahren mehr Aufmerksamkeit wegen der zunehmenden Sterberaten bei nicht-infektiösen Krankheiten.

Nicht nur in den reichen Industriestaaten, sondern auch in Ländern der Dritten Welt steigen die Zahlen der Krebsopfer. Einer Studie im Wissenschaftsmagazin Lancet zufolge entfallen fast zwei Drittel der Krebstoten auf Schwellen- und Entwicklungsländer. Auch Hein kann die Ergebnisse bestätigen. "Es ist offensichtlich, dass Krebserkrankungen mit der urbanen Lebensweise einhergehen."

"Dennoch sollte man nicht vergessen, dass in ländlichen Gebieten vieler Dritte-Welt-Staaten teilweise massive Gesundheitsrisiken durch schlecht belüftete Räume mit offenen Feuerstellen bestehen", so Hein. Krebserkrankungen der Lungen und Atemwege schlagen sich mit insgesamt 180 Mrd. Dollar jährlich zu Buche. Das geht vor allem auf das Konto von Rauchern. Sie sterben rund 15 Jahre früher als Nichtraucher.

Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.cgdev.org
www.giga-hamburg.de

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