Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

KPMG-Umfrage: Geschäftsklima in der deutschen Industrie hellt sich auf

17.08.2009
Auswirkungen der Rezession bleiben jedoch weiterhin spürbar

Anzeige

In der deutschen Industrie hat sich das Geschäftsklima wieder deutlich aufgehellt. Wie aus der aktuellen KPMG-Sommerumfrage unter rund 500 Unternehmen hervorgeht, spricht vieles dafür, dass mit wieder anziehenden Umsätzen und neuen Nachfrageimpulsen binnen Jahresfrist auch die Produktion kräftig nach oben gefahren werden könnte.


Die Hoffnungen der Branchenakteure gründen auf einem weltweiten Konjunkturaufschwung, der Einführung neuer Produkte sowie der einsetzenden Aufstockung der Kundenlager. Allerdings dürften die Auswirkungen der Rezession in den kommenden zwölf Monaten einen weiteren Beschäftigungsabbau und Investitionskürzungen zur Folge haben. Da die Firmen überdies mit einem anhaltend starken Rückgang ihrer Verkaufspreise rechnen, fallen ihre Gewinnaussichten binnen Jahresfrist auch nur verhalten optimistisch aus.

Rund 46 Prozent der deutschen Industriefirmen planen binnen Jahresfrist Produktionssteigerungen, nur rund 22 Prozent wollen Einschränkungen vornehmen. Der daraus resultierende Anstieg des Index-Saldos von seinem Rekordtief im Januar von ­15.8 auf jetzt +24.2 zeigt, dass sich die Wachstumsperspektiven in der deutschen Industrie im Juli ganz erheblich aufgehellt haben. Hohe Erwartungen hegen die Firmen dabei an den Auftragseingang: So schnellte der entsprechende Saldo von -19.6 zu Jahresbeginn auf ein Eineinhalb-Jahreshoch von +31.6 und zeigt, dass die Unternehmen bis Sommer 2010 mit einer kräftig anziehenden Nachfrage nach Industrieerzeugnissen „Made in Germany“ rechnen. Folglich erwarten auch 47 Prozent der Befragten Umsatzzuwächse. Mit Verlusten rechnen nur 23 Prozent.

Trotz der optimistischen Umsatzprognosen blieben die Gewinnaussichten binnen Jahresfrist eher gedämpft, was der entsprechende Saldo mit aktuell +4.5 nach -35.4 im Januar zeigte. Schaden dürften der Profitabilität einerseits der scharfe Wettbewerb, andererseits nachhaltige Forderungen nach Preisnachlässen seitens der Kunden. Dass die Branchenakteure diesen Forderungen auch weitgehend nachzukommen gedenken, signalisiert der klar negative Saldo Verkaufspreise mit -21.7 (Januar: -29.6). Von der Kostenseite droht in den nächsten zwölf Monaten jedenfalls keine große Überraschung: Hier gehen die Unternehmen davon aus, dass sich der starke Kostenrückgang allenfalls abschwächt, worauf der entsprechende Saldo mit -4.5 nach -36.9 im Januar hindeutet.

Wenig rosig sind hingegen die Beschäftigungsperspektiven. Überkapazitäten, Kosteneinsparungen und der erwartete Gewinnrückgang machen laut aktueller Umfrage bei 32 Prozent der Firmen Entlassungen wahrscheinlich, während nur 21 Prozent Neueinstellungen für möglich halten. Tiefe Spuren dürfte die Konjunkturkrise auch bei Investitionen und Ausgaben für Forschung & Entwicklung hinterlassen: Beide Salden kennzeichnen hier mit -20.5 bzw. -13.1 weitere Kürzungsabsichten. Gegenüber den entsprechenden Januar-Daten ist jedoch bei beiden Kennzahlen eine gewisse Erholung erkennbar.

Die deutsche Umfrage ist Teil einer zweimal jährlich durchgeführten Befragung unter rund 3.700 Industrieunternehmen in elf EU-Ländern. Dr. Marianne Schramm, verantwortlich für Advisory Commercial Clients in der KPMG Europe LLP, kommentiert die Umfrageergebnisse für Europa: „In den wichtigsten europäischen Industrieländern keimt wieder Optimismus auf; dies gibt Anlass zur Hoffnung auf eine Trendwende. Bei den Industrieunternehmen Großbritanniens und Italiens herrscht mit Abstand am meisten Zuversicht. Mittlerweile sehen aber auch die deutschen Unternehmen Licht am Ende des Tunnels und beurteilen die Geschäftsaussichten deutlich positiver als noch im Januar. Vor allzu großem Überschwang sei jedoch gewarnt: Noch ist die konjunkturelle Talsohle nicht komplett durchschritten. Unternehmen, die vom geschwächten Wettbewerb, den fragmentierten Märkten und einer gestärkten Nachfrage profitieren wollen, müssen rechtzeitig entsprechende Strategien entwickeln. Während Unternehmen in der Jahrhundertkrise mit Nachsicht rechnen konnten, werden im Aufschwung Strategie und Geschäftsmodell Spreu vom Weizen schnell trennen.“

Zur Umfrage

Der Bericht zu den Geschäftsaussichten der europäischen Industrieunternehmen wird von Markit Economics im Auftrag von KPMG erstellt. Er basiert auf Umfragen zur Einschätzung der weiteren Konjunkturentwicklung unter rund 3.700 Firmen, davon 500 in Deutschland. Der Bericht wird zwei Mal im Jahr erstellt, wobei die Umfragen jeweils im Sommer und Winter durchgeführt und veröffentlicht werden.

Pressekontakt:
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Marita Reuter/Thomas Blees
Tel.: (0 30) 20 68-11 18, Fax: (0 30) 20 68-11 48
E-Mail: mreuter@kpmg.com / tblees@kpmg.com

Marita Reuter | Quelle: KPMG
Weitere Informationen: www.kpmg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

nachricht Ein Kilogramm Fleisch so klimaschädlich wie bis zu 1600 Kilometer Autofahrt
24.05.2012 | FEWD Forschungsstelle für Ethik u. Wissenschaft im Dialog, Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp