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Auch Patienten, die ihre Kontaktlinsen im Internet erwerben, haben laut einer aktuellen Studie ein höheres Infektionsrisiko. In der Regel fehlt hier ein konkreter Ansprechpartner, der die Kontaktlinsenträger kompetent berät und informiert. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld ihres 107. Kongresses in Leipzig hin.
Die Hornhaut ist ein klares Gewebe ohne Gefäße. Über den Tränenfilm wird sie mit Sauerstoff versorgt. Kontaktlinsen können dies behindern. "Der Körper hilft sich dann selbst: Kleine Äderchen sprießen in die Hornhaut ein und führen mit dem Blut Sauerstoff heran", erklärt Professor Dr. med. Berthold Seitz, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar. Betroffene spüren zunächst nichts. Erst im fortgeschrittenen Stadium machen sich Seheinschränkungen bemerkbar.
Die Zahl der Hornhaut-Infektionen hat in den letzten 20 Jahren nicht abgenommen. Auslöser dieser schweren Komplikation sind Bakterien, Pilze oder Amöben. Im schlimmsten Fall kann das Auge erblinden. "Bei formstabilen Linsen ist das Risiko einer Infektion am geringsten: Pro Jahr erkrankt etwa ein Kontaktlinsen-Träger von 10 000. Bei weichen Kontaktlinsen sind es dagegen zwei bis fünf", erklärt Seitz im Vorfeld des 107. DOG-Kongresses, auf dem auch ein länderübergreifendes Symposium zu dem Thema stattfindet. In den relativ großen Poren der weichen Linsen können sich Krankheitserreger leichter festsetzen. Das gilt besonders, wenn diese auch nachts getragen werden. Dies steigert das Infektions¬risiko nochmals um das Fünffache. Mangelnde Hygiene ist ein weiterer Risikofaktor. "Wer die Reinigungsflüssigkeit nicht täglich wechselt, sie mit Wasser verdünnt oder gar nur Leitungswasser verwendet, macht es den Krankheitserregern leicht", warnt der Experte.
Nach einer aktuellen Studie sind auch Kontaktlinsen aus dem Internet mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden. "Das ist weniger auf Qualitätsmängel zurückzuführen. Es liegt sehr wahrscheinlich eher daran, dass beim Onlinekauf nur unzureichend über eine sachgerechte Pflege der Linsen informiert wird", sagt Seitz. Denn in der Regel fehlt hier ein konkreter Ansprechpartner. Mindestens zweimal im Jahr sollten Kontaktlinsenträger einen Augenarzt aufsuchen. "Nur bei der ärztlichen Untersuchung lassen sich Veränderungen der Hornhaut feststellen, bevor es zu langfristigen Schäden kommt", so Seitz.
Literatur:
Stapleton F, Keay L, Edwards K, Naduvilath T, Dart JK, Brian G, Holden BA. The incidence of contact lens-related microbial keratitis in Australia. Ophthalmology 2008; 115(10):1655-1662
Terminhinweise:
Kongress-Pressekonferenz
Donnerstag, 24. September 2009, 12.45 bis 13.45 Uhr, Congress Center Leipzig, Ebene +2, Raum 10, Seehausener Allee 1, 04356 Leipzig
Kongresssitzung: Europa-Symposium: Kontaktlinsen und damit verbundene Komplikationen
Samstag, 26. September 2009, 10.30 bis 12.30 Uhr, Congress Center Leipzig, Mehrzweckfläche 4, Seehausener Allee 1, 04356 Leipzig
Pressekontakt für Rückfragen:
Pressestelle 107. DOG-Kongress
Silke Stark
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-572
Telefax: 0711 8931-167
stark@medizinkommunikation.org
Silke Stark | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.dog.org
www.dog2009.org
Weitere Berichte zu: Amöben > Hornhaut > Hornhaut-Infektionen > Infektionsrisiko > Kontaktlinse > Kontaktlinsenträger > Krankheitserreger > Leitungswasser > Linse > Onlinekäufe > Reinigungsflüssigkeit > Sauerstoff > Seheinschränkungen
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