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Die globale Finanzkrise hat nunmehr auch den deutschen Mittelstand erfasst.
Besonders schlecht sind die Perspektiven für die Unternehmen der Automobilbranche. Hier rechnet mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Unternehmen mit Personalkürzungen und knapp jedes zweite Unternehmen kalkuliert für 2009 Umsatzverluste ein, wie aus einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor geht.
"Die Finanzkrise setzt bislang vor allem Unternehmen international ausgerichteter Branchen unter Druck. Allerdings werden sich auch die überwiegend im Inland tätigen Mittelständler kaum dauerhaft vom Abwärtstrend abkoppeln können", kommentiert Prof. Norbert Winkeljohann, Mitglied des PwC-Vorstands und Leiter des Bereichs Mittelstand.
Zwei Drittel der Befragten erwarten für das kommende Jahr stagnierende oder sinkende Umsätze. Damit schätzt der Mittelstand die Folgen der Finanzkrise deutlich gravierender ein als noch vor einem halben Jahr. In der damaligen PwC-Umfrage sahen sich 54 Prozent der Mittelständler überhaupt nicht von der Finanzkrise betroffen, heute sagen dies nur noch 28 Prozent. Insgesamt befürchtet etwa jeder sechste mittelständische Betrieb (15 Prozent) auf Sicht der kommenden zwölf Monate einen Personalabbau. Im März 2008 hielten gerade einmal vier Prozent der Unternehmen Einschnitte beim Personal für denkbar.
Die eingetrübten Geschäftserwartungen schlagen sich auch in der Investitionsplanung nieder. Insgesamt wollen 44 Prozent der Mittelständler geplante Investitionen vorerst aussetzen. Einschnitte bei Forschung und Entwicklung erwägen demgegenüber nur 12 Prozent der Befragten.
An der Umfrage beteiligten sich 518 mittelständische Unternehmen in Deutschland, von denen gut die Hälfte weltweit mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Befragung fand Mitte November 2008 statt.
Neue Finanzierungskonzepte gesucht
Die Finanzmarktkrise beeinträchtigt mittlerweile auch die Kapitalausstattung im Mittelstand. Insgesamt glaubt knapp jeder zweite Mittelständler, dass er sein Finanzierungskonzept in den kommenden zwölf Monaten überdenken muss. Im März war erst jedes fünfte Unternehmen dieser Ansicht. "Von einer allgemeinen Kreditklemme kann im Mittelstand zwar noch keine Rede sein. Allerdings zeigt die Umfrage, dass die Banken beginnen, kleinere Unternehmen mit überschaubarem Finanzbedarf und transparenteren Risiken zu bevorzugen", kommentiert Winkeljohann.
So berichten von den größeren Unternehmen mit Jahresumsätzen jenseits von 250 Millionen Euro rund 35 Prozent über eine Verschlechterung ihrer Kreditkonditionen. Jeder dritte Befragte befürchtet zudem eine Kürzung seiner Kreditlinie. Bei den kleineren Mittelständlern (weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz) haben sich die Finanzierungsbedingungen nur bei 13 Prozent der Befragten verschlechtert, eine Kürzung der Kreditlinie hält nur jedes fünfte Unternehmen für denkbar.
Gut die Hälfte der Befragten (54 Prozent) erwartet als Folge der Finanzkrise mehr Übernahmen im Mittelstand. Dabei sieht sich etwa jedes neunte Unternehmen selbst in der Rolle des Firmenkäufers.
Politik bekommt gute Noten
Das Krisenmanagement von Kanzleramt und Finanzministerium bewerten gut zwei von drei mittelständischen Unternehmen positiv. Das gilt insbesondere für die Stabilisierung des Bankensystems. Ein staatliches Investitionsprogramm befürworten demgegenüber nur 39 Prozent der Befragten, während dies 32 Prozent ablehnen und weitere 28 Prozent dem Thema unentschieden gegenüber stehen.
Allgemeine Steuererleichterungen würden demgegenüber 74 Prozent begrüßen. Gezielte Investitionsanreize für Unternehmen, beispielsweise zur Einhaltung höherer Umweltstandards, halten 67 Prozent der Betriebe für sinnvoll.
Krise trifft Autoindustrie besonders hart
Die mittelständischen Unternehmen aus der Automobilbranche sind von der Finanzkrise besonders stark betroffen. Drei von vier Befragten berichten über Auftragsrückgänge, und zwei von drei Betrieben haben ihre Geschäftsprognosen für 2009 gesenkt. Damit sind die Auswirkungen der Krise in der Automobilbranche auch deutlich stärker zu spüren als im ebenfalls exportorientierten Maschinen- und Anlagenbau. Hier berichten 46 Prozent der Unternehmen über sinkende Auftragseingänge, während 36 Prozent ihre Planziele für das kommende Jahr gesenkt haben.
Vergleichsweise robust ist die Geschäftsentwicklung im Baugewerbe. Nur jeder vierte Mittelständler aus dieser Branche erwartet eine schwächere Entwicklung im Jahr 2009. Auftragsrückgänge melden erst 15 Prozent der befragten Bauunternehmen.
Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist in Deutschland mit 8.870 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund 1,47 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung (Advisory).
Karim Schäfer | Quelle: presseportal
Weitere Informationen: www.pwc.com
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