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Demografischer Wandel, hoher Kostendruck, wachsende Service-Anforderungen und Fachkräftemangel stellen das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Um sie zu meistern, müssen Krankenhäuser in Zukunft noch effizienter arbeiten. Beachtliche Potentiale eröffnet die informationstechnische Vernetzung von medizintechnischen Geräten zu interoperativen Gesamtsystemen.
Allerdings sind Stand-alone-Geräte nicht ohne weiteres zu einem funktionierenden, interoperativen Gesamtsystem zu vernetzen. In der neuen VDE-Studie "Risikomanagement für IT-Netzwerke mit Medizinprodukten im Operationssaal" zeigen VDE-Experten nun, wie der internationale Normentwurf "Risikomanagement für medizinische IT-Netzwerke" im OP konkret umgesetzt werden kann. Beim internationalen Symposium des VDE-Instituts zur IT-Vernetzung im Gesundheitswesen in Offenbach haben die Experten die VDE-Studie heute Betreibern und Herstellern von IT-Netzwerken und medizinischen Geräten vorgestellt.
Im Fokus steht die Reduktion der Patientenbelastung bei gleichzeitig hohem therapeutischem Nutzen durch anwenderfreundliche, integrative und erweiterbare OP-Systeme wie zum Beispiel minimal invasive und ambulant durchführbare Operationstechniken. Dabei wird auf den marktnahen Technologietransfer ein besonderes Augenmerk gelegt.
Ziel der IT-Vernetzung ist nicht das Sparen um jeden Preis, etwa auf Kosten der Mitarbeiter oder der Patienten, vielmehr geht es um Effizienz- und Qualitätssteigerungen. Die Experten weisen dabei Wege auf, wie Krankenhäuser sich durch frühzeitige Investitionen in Personal und Know-how mittelfristig einen substantiellen Kosten- und damit Wettbewerbsvorteil verschaffen können.
"Zukünftig wird die Systemintegration als Kernkompetenz für Krankenhäuser unentbehrlich. Sie ist Voraussetzung für Kostenreduktion und stellt einen substantiellen Wettbewerbsvorteil dar. Spezielles Know-how ist hierfür unabdingbar", betont Dipl.-Ing. Michael Bothe, Leiter Prozesse und Systeme Medizintechnik im VDE-Institut.
Die neue VDE-Studie wurde im Rahmen der Leitvision des Bundesministeriums für Bildung und Forschung "Schonendes Operieren mit innovativer Technik" (SOMIT) für zukunftsorientierte Gesamtkonzepte entwickelt. Sie richtet sich an Betreiber von klinischen Einrichtungen, die künftig für den störungsfreien Betrieb und die Interoperabilität der Geräte verantwortlich sind. Bisher wurde primär der Hersteller in die Verantwortung und Haftung genommen. Daher müssen klinische Einrichtungen jetzt ihr bestehendes Qualitäts- und Risikomanagement-System weiterentwickeln und ihr Fachpersonal entsprechend schulen. Fallbeispiel Orthopädie: Hier ist der Ärztliche Direktor in der Orthopädie zugleich für den Anwendungsfall Chef der IT und Medizintechnik und hat damit die entsprechende fachliche Weisungsbefugnis in den betreffenden Bereichen. Ein funktionierendes, zentral zu managendes Medizinsystem wird gerade im Operationssaal immer wichtiger.
Ein Grund dafür liegt darin, dass proprietäre bildgebende Verfahren, Navigations- und Robotersysteme jeweils unterschiedliche - oft redundante - Komponenten wie Lokalisierungssysteme und Benutzerschnittstellen erfordern. Dies gilt auch für andere Systeme wie den OP-Tisch, Telekonsultations- und Dokumentationssysteme. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Standardisierung von Schnittstellen für komplexe Geräte unterschiedlicher Hersteller. Hinzu kommen organisatorische, eigentums- und haftungsrechtliche Fragen.
Melanie Mora | Quelle: VDE
Weitere Informationen: www.vde.com
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