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Menschen, die regelmäßig Ibuprofen einnehmen, haben laut einer Studie der Harvard School of Public Health ein geringeres Risiko an Parkinson zu erkranken. Das Medikament wird normalerweise gegen Schmerzen eingenommen, das Team um Alberto Ascherio fand jedoch heraus, dass es noch mehr kann.
Die Daten von mehr als 135.000 Menschen, die regelmäßig Ibuprofen einnahmen, zeigten, dass ihr Parkinson-Risiko um 40 Prozent verringert war. Experten wie Kieran Breen von Parkinson's UK betonen jedoch, es sei zu früh zu sagen, ob die Vorteile der Einnahme die Risiken möglicher Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Blutungen rechtfertigten. Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Neurology http://neurology.org veröffentlicht.
Vorteile größer als Risiken
Wissenschaftler haben bereits seit einiger Zeit vermutet, dass entzündungshemmende Medikamente einen Buffer gegen die Krankheit schaffen könnten. Unklar war bis jetzt, welche der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs) diese Wirkung haben. Die aktuelle Studie weist darauf hin, dass es nur Ibuprofen sein dürfte. Die Nebenwirkungen können jedoch schwer sein. Eine frühere Studie hatte das Medikament mit einem geringfügig erhöhten Risiko eines Herzanfalls oder Schlaganfalls in Zusammenhang gebracht, berichtet die BBC. Diese Studienergebnisse beziehen sich auf die langfristige Behandlung mit NSAIDs zum Beispiel bei Krankheiten wie Arthritis.
Sollten die Vorteile von Ibuprofen jedoch größer sein als die Risiken, könnte ein neuer Ansatz zur Behandlung einer bisher unheilbaren Krankheit gefunden sein. Ascherio betonte, dass allein die Möglichkeit, dass ein relativ ungefährliches Medikament einen Schutz gegen Parkinson bieten könnte, bereits viel versprechend sei. Die von der Michael J. Fox Foundation http://michaeljfox.org finanzierte Studie ergab, dass Männer und Frauen, die das Medikament zwei Mal oder häufiger pro Woche einnahmen, ihr Parkinson-Risiko um mehr als ein Drittel senkten. Das galt jedoch nicht für die regelmäßige Einnahme von Aspirin, Acetaminophen oder andere NSAIDs.
Blockierung von Zellschädigungen
Eine mögliche Erklärung dafür könnte laut den Wissenschaftlern sein, dass Ibuprofen eine ganz spezifische Rolle bei der Blockierung von Zellschädigungen- habe. Breen argumentiert, es sei schwer zu sagen, welche Wirkung Ibuprofen genau auf das Absterben der Zellen im Gehirn habe und wie eine Erkrankung konkret beeinflusst werde. Es sei jedoch bekannt, dass entzündliche Veränderungen des Gehirns eine Rolle beim Absterben der Nervenzellen spielen, die ihrerseits zu Parkinson führen. Das gelte vor allem für die frühen Stadien der Krankheit.
Michaela Monschein | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: hsph.harvard.edu
parkinsons.org.uk
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