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Gravierende Probleme für ausgegrenzte Jugendliche in Deutschland

25.05.2010
In Deutschland leben über 130.000 "unverbundene" Jugendliche im Alter zwischen 17 und 19 Jahren - Tendenz steigend. Sie erhalten keine ausreichende finanzielle und emotionale Unterstützung durch ihre Familie, besuchen nicht die Schule, gehen keiner Erwerbstätigkeit nach und haben keine dauerhaften Freundschaften.

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Dies hat gravierende Folgeprobleme für die Jugendlichen und die Gesellschaft. Viele unverbundene Jugendliche haben keinen schulischen und beruflichen Bildungsabschluss. Sie haben größere Schwierigkeiten, gesellschaftliche Regeln und Normen zu erlernen, so dass dauerhafte Ausgrenzung droht. Dies sind Ergebnisse einer Studie des ZEW in Mannheim.


Basierend auf Stichproben des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) zeigen die Untersuchungen des ZEW, dass die Anzahl unverbundener Jugendlicher in jüngster Zeit angestiegen ist. Im Zeitraum 2000 bis 2008 sind der Studie zufolge im Durchschnitt 13 Prozent der Jugendlichen in der Altergruppe der 17- bis 19-Jährigen (130.000 Jugendliche) unverbunden, mit zuletzt steigender Tendenz: So lag im Zeitraum 2006 bis 2008 der Anteil isolierter Jugendlicher in dieser Altersgruppe bei 17,7 Prozent.

Wichtige Ursachen der Unverbundenheit sind der Bildungshintergrund der Eltern, die familiären Verhältnisse, sowie die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die ökonometrischen Analysen bestätigen, dass die Wahrscheinlichkeit, zu einem Zeitpunkt im Alter zwischen 17 und 19 Jahren isoliert zu sein, um bis zu elf Prozent niedriger ist, wenn ein Elternteil einen Studienabschluss aufweist. Besitzt ein Elternteil einen Berufsabschluss sinkt dieses Risiko um sechs Prozent. Ist der oder die Jugendliche die ersten 15 Lebensjahre bei beiden Elternteilen aufgewachsen, ist das Risiko der Unverbundenheit um acht Prozent niedriger als bei Jugendlichen, die bei nur einem Elternteil aufwuchsen. Weiter deuten die Analysen daraufhin, das bei einer Zunahme der Arbeitslosigkeit um ein Prozent das Ausmaß der Unverbundenheit unter Jugendlichen im Folgejahr um 0,4 Prozent zunimmt.

"Unverbundenheit im Jugendalter kann mit vielfältigen Folgeproblemen einhergehen. Fällt die Familie als emotionale und finanzielle Stütze aus, drohen zu geringe Bildungsinvestitionen. Weitere schulische oder berufliche Prüfungen können deshalb in der Zukunft zu einer schwer überwindbaren Hürde werden", sagt Friedhelm Pfeiffer, Bildungsökonom am ZEW und Autor der Studie. "Den Jugendlichen wird es außerdem schwerer fallen, die geschriebenen und ungeschriebenen Normen und Umgangsregeln der Gesellschaft einzuhalten. Um den drohenden Teufelskreis der Ausgrenzung zu durchbrechen, sind wirksame öffentliche Hilfen erforderlich, die bereits früh in der Kindheit der benachteiligten Jugendlichen ansetzen müssen", so Pfeiffer.

Gunter Grittmann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
www.zew.de/publikation5639

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