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"Die Langzeitarbeitslosigkeit ist deutlich zurückgegangen", betonte Möller. Allerdings seien nach wie vor Defizite im Betreuungsprozess feststellbar.
Teilweise hapere es noch beim Eingehen auf den Einzelfall: "Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente wie beispielsweise Trainingsmaßnahmen und Ein-Euro-Jobs müssen noch einzelfallorientierter eingesetzt werden. Alleinerziehende brauchen mehr Unterstützung als bisher bei der Suche nach einer Kinderbetreuung, um überhaupt einen Job antreten zu können. Hier muss noch einiges verbessert werden."
IAB-Vize Walwei: "Es ist wichtiger denn je, einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken"
IAB-Vizedirektor Ulrich Walwei wies darauf hin, dass trotz der Wirtschaftskrise die Zahl der Hartz-IV-Empfänger bislang kaum zugenommen habe. Noch lasse der Stellenabbau vor allem die Zahl der Arbeitslosengeld-Bezieher steigen. Im kommenden Jahr sei aber zu erwarten, dass mehr Personen als bisher nach dem Auslaufen ihrer Arbeitslosengeld-Ansprüche zu Hartz-IV-Empfängern werden. "Gelingt es auch dann nicht, sie rasch wieder in Beschäftigung zu bringen, wird sich das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit wieder verschärfen. Es ist wichtiger denn je, einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken", so Walwei.
Ausstieg aus Hartz IV immer noch relativ selten
Der Ausstieg aus Hartz IV gelingt immer noch relativ selten: Rund drei Viertel der Betroffenen beziehen Arbeitslosengeld II mindestens 12 Monate durchgängig. Von denen, die den Ausstieg schaffen, finden rund 50 Prozent einen neuen Job. 14 Prozent nehmen eine Aus- oder Weiterbildung oder ein Studium auf. Sechs Prozent gehen in Rente, ebenfalls sechs Prozent geben an, Hausfrau oder Hausmann zu sein. Ein weiterer Grund für den Ausstieg aus Hartz IV kann beispielsweise auch Mutterschutz sein. 17 Prozent derjenigen, die kein Arbeitslosengeld II mehr bekommen, sind aber immer noch arbeitslos. Wenn sie keine staatliche Unterstützung mehr erhalten, liegt es beispielsweise daran, dass der Partner eine neue Stelle hat und ihr gemeinsamer Haushalt nicht mehr als bedürftig zählt.
Ehemalige Arbeitslosengeld-II-Empfänger verdienen im Schnitt 7,76 Euro pro Stunde
Jeder zweite ehemalige Arbeitslosengeld-II-Empfänger, der durch einen Job nicht mehr auf die staatliche Unterstützung angewiesen ist, verdient zunächst weniger als 7,76 Euro brutto in der Stunde. Der größte Teil der nach dem Arbeitslosengeld-II-Bezug Erwerbstätigen fand eine Beschäftigung, die ihrem Ausbildungsniveau entspricht. 29 Prozent mussten allerdings eine ausbildungsinadäquate Tätigkeit annehmen. Zum Vergleich: Insgesamt arbeiten etwa 15 Prozent der Beschäftigten in Deutschland unterhalb ihres Ausbildungsniveaus. Nur jeder dritte erwerbstätige ehemalige Arbeitslosengeld-II-Bezieher fand eine unbefristete Vollzeitstelle. In der restlichen Bevölkerung ist das bei rund jeder zweiten neuen Stelle der Fall.
Die Studie zum Ausstieg aus Hartz IV steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2809.pdf,
eine zusammenfassende Bilanz zu fünf Jahren Hartz IV unter http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2909.pdf.
O-Töne von der Hartz-IV-Bilanz in Berlin stehen ab 15 Uhr unter http://www.iab.de/audiodienst zum Download bereit.
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)
Pressestelle: Wolfgang Braun, Christiane Spies, Sarolta Weniger
90327 Nürnberg
Telefon (0911) 179-1946
E-Mail wolfgang.braun@iab.de
Wolfgang Braun | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: doku.iab.de/kurzber/2009/kb2809.pdf
doku.iab.de/kurzber/2009/kb2909.pdf
Weitere Berichte zu: Arbeitslosengeld I > Arbeitslosengeld II > Arbeitslosengeld-II-Empfänger > Arbeitsmarkt- und Berufsforschung > Ausbildungsniveau > Ausstieg aus Hartz IV > Berufsforschung > Bundesagentur für Arbeit > Hartz IV > Hartz-IV-Empfänger > IAB > Langzeitarbeitslosigkeit > staatliche Unterstützung > Verfestigung
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