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Dieses Verfahren kann jetzt vielen Patienten zugute kommen, bei denen eine zeitliche Einordnung des Schlaganfalls bisher nicht möglich war, zum Beispiel weil dieser im Schlaf auftrat. Die neuen Ergebnisse machen es erstmals möglich, dass auch diese Patienten eine wirksame Akutbehandlung zur Auflösung von Blutgerinnseln erhalten, die sogenannte Thrombolyse.
Von der Behandlung sind diese Patienten zurzeit ausgeschlossen. Die Ergebnisse der Studie werden in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet Neurology“ veröffentlicht.
Die Information über den Zeitpunkt des Symptombeginns spielt eine entscheidende Rolle in der Akutbehandlung des ischämischen Schlaganfalls, der durch Durchblutungsstörungen bestimmter Hirnareale gekennzeichnet ist. Die Thrombolyse muss innerhalb von 4,5 Stunden erfolgen, da die Behandlung, wenn sie zu spät erfolgt, wirkungslos ist und das Risiko von Hirnblutungen birgt. Bisher war bei etwa 20 Prozent aller Patienten eine zeitliche Einordnung des Hirninfarkts jedoch nicht möglich, weil der Schlaganfall im Schlaf eintrat und sie die Symptome erst nach dem Aufwachen bemerkten. Bei dieser Gruppe wurde deshalb von vorneherein keine Thrombolyse durchgeführt.
Unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Götz Thomalla, Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Schlaganfallbildgebung, und Prof. Dr. Christian Gerloff, Ärztlicher Leiter des Kopf- und Neurozentrums sowie Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, konnte in der Studie nachgewiesen werden, dass es möglich ist, mit Hilfe eines Magnetresonanztomographen (MRT) den Zeitpunkt des Schlaganfalls einzugrenzen. Die Forscher untersuchten 643 Patienten aus zehn Schlaganfallzentren. Sie konnten zeigen, dass die Kombination zweier MRT-Techniken Rückschlüsse auf das Alter eines Hirninfarkts zuläßt. Das Vorliegen eines bestimmten Musters erlaubte die Identifikation von Patienten, deren Schlaganfall weniger als 4,5 Stunden zurück lag. Bei Patienten, die typischerweise für eine Thrombolyse in Frage kommen, konnte mit einer einer hohen Treffsicherheit von 87 Prozent der Zeitpunkt des Schlaganfalls richtig bestimmt werden.
Die Untersuchung ist Grundlage für die europäische Studie „WAKE-UP“, die von der EU mit 11,6 Millionen Euro gefördert und von den Wissenschaftlern des UKE geleitet wird.
Christine Jähn | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uke.uni-hamburg.de
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