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Eine extreme achtwöchige Diät mit nur 600 Kalorien pro Tag kann bei einer neuen Diabetesdiagnose die Erkrankung rückgängig machen.
Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Newcastle Magnetic Resonance Centre gekommen. Die Diät reduzierte laut dem Team um Roy Taylor die Fettwerte in Bauchspeicheldrüse und Leber. Das trug dazu bei, dass sich die Insulinproduktion wieder normalisierte.
Nach drei Monaten waren sieben von elf Studienteilnehmern wieder gesund. Details der Studienergebnisse wurden in dem Fachmagazin Diabetologia http://www.diabetologia-journal.org veröffentlicht.
Experten wie Keith Frayn von der University of Oxford betonten laut BBC, dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, um festzustellen ob diese Umkehrung dauerhaft ist.
Bei allen elf Teilnehmern lag die Diagnose nicht mehr als vier Jahre zurück. Sie reduzierten ihre Nahrungsaufnahme zwei Monate lang drastisch. Tranken nur Diätgetränke und aßen nur Gemüsesorten, die keine Stärke enthalten. Eine Woche nach Studienbeginn waren die Zuckerwerte aller Teilnehmer vor dem Frühstück wieder normal.
MRI-Scans ihrer Bauchspeicheldrüse zeigten, dass die Fettwerte von rund acht Prozent wieder auf eher normale sechs Prozent gesunken waren. Drei Monate nach Beendigung der Diät aßen die Teilnehmer wieder normal, entsprechend den Empfehlungen für eine gesunde Ernährung und ideale Größe der Portionen. Die meisten waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr an Diabetes erkrankt.
Positives Potenzial für Patienten
Taylor betonte, dass er nicht vorschlage, dass Menschen diese Diät einhalten sollten. Sie sei nur eingesetzt worden, um die Hypothese zu überprüfen, ob ein deutlicher Gewichtsverlust zu einer Beendigung der Krankheit führen würde. Er sehe jedoch bei diesem Behandlungsansatz durchaus auch ein positives Potenzial für Patienten, die bereits viel länger an Diabetes litten. Ee Lin Lim, eine Mitautorin der Studie, betonte, dass diese Studienergebnisse bewiesen, dass Diabetes keine Erkrankung ist, an der man ein ganzes Leben leiden muss.
"Es ist einfacher eine Tablette zu nehmen als seinen Lebensstil zu verändern."
Nicht bei allen Teilnehmern stellte sich jedoch der gleiche Erfolg ein. Laut Lim hänge alles davon ab, wie anfällig ein Mensch für Diabetes sei. "Wir müssen herausfinden, warum manche Menschen anfälliger sind als andere." Edwin Gale von der University of Bristol argumentierte, dass diese Studienergebnisse keine neuen Erkenntnisse brächten. Es sei längst bekannt, dass Hungern helfe. "Würde in Großbritannien eine strenge Diät eingeführt, gehörte diese Krankheit längst der Vergangenheit an. Erreicht man die Menschen in einem frühen Stadium der Krankheit, kann man den Ausbruch jahrelang hinauszögern. Verhindern kann man ihn nicht." 2,5 Mio. Menschen leiden allein in Großbritannien an Typ-2-Diabetes.
Michaela Monschein | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.ncl.ac.uk/magres
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