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Die Zugabe einfacher organischer Chemikalien wie Essig kann dazu führen, dass sich verschmutztes Wasser selbst reinigt. Das entdeckten Forscher der Universität Leeds.
In Gebieten mit hoher Chrombelastung im Grundwasser könnten natürliche Bakterien das Wasser reinigen, idem sie den chemischen Aufbau der Chromrückstände erhöhen und diese dadurch harmlos machen. Anregen könne man das Wachstum dieser Organismen durch Essig, so die Forscher, da dieser eine attraktive Nahrungsquelle darstelle. Die Reinigung ohne Zuführung von Bakterien oder ohne Entwicklung neuer Organismen stelle das Übertreffen aller ökologischen Ziele dar.
Chromrückstände in der Umwelt sind eine Gesundheitsgefahr, da sie krebserregend sind und Erkrankungen von Nieren, Leber, Lunge und Haut auslösen. Betroffen von dieser Verschmutzung ist besonders das Grundwasser der Regionen, an denen in vergangenen Zeiten Textilfabriken, Schmelzhütten oder Gerbereien angesiedelt waren. "Prozesse der Industrie veränderten diese Chemikalien und machten sie wasserlöslich. Dadurch gelangten sie ins Grundwasser und verseuchten es langfristig", so Studienautor Ian Bruke.
Wenngleich es auch bisher möglich war, an Orten mit pH-neutraler Umgebung Chromrückstände zu entfernen, stellte dies im stark basischen Umfeld ein großes Problem dar. "Basische Chromabfälle wurden in England bis zum Ende der Chromproduktion in den 70-er Jahren in Deponien verfrachtet. In manchen Ländern produziert man auch heute noch weiter", so Bruke. Die Reinigung durch Deponierung stellt einen hohen finanziellen Aufwand dar, der zudem viel Energie verbraucht.
Die neu entdeckte Essig-Methode könne hingegen an Ort und Stelle erfolgen. "Unsere Behandlungsmethode verwandelt das oxidierte Chrom in einen nicht-wasserlöslichen Zustand zurück, wodurch es seine Gefährlichkeit verliert, aus dem biologischem Kreislauf ausscheidet und ruhig im Boden zurückbleiben kann", so der Studienautor. Der für die Feldversuche erforderliche Nachweis des eindeutigen Nutzens der Methode könne durch weitere Laborversuch bald erbracht werden, sobald der genaue Zusammenhang zwischen der Methode und verschiedene Basenstärken gezeigt sei.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.leeds.ac.uk
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