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Erlanger Forscher motivieren Multiple Sklerose-Patienten zum Sport

03.11.2009
Patienten mit Multipler Sklerose (MS) haben gute Aussichten, sich woh­ler zu fühlen, wenn sie sich sportlich betätigen. Zu diesem ermutigenden Ergebnis kam eine zweijährige Studie am Institut für Sportwissenschaft und Sport der Universität Erlangen-Nürnberg und der Neurologischen Klinik des Erlanger Uni-Klinikums.

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Auch die Reaktion des Immunsystems auf körperliche Belastung hat sich als interessant erwiesen. Am Donnerstag, 5. November 2009, laden die beteiligten Wissenschaftler alle MS-Betroffenen, Interessierten und Angehörigen zu einer Informationsveranstaltung ein, bei der diese Untersuchung erstmals vorgestellt und ein Nachfolgeprojekt angekündigt wird, das eben beginnt.
Veranstaltungsort ist das Audimax der Universität, Bismarckstraße 1 in Erlangen; Beginn ist um 19.00 Uhr.


Bei der kürzlich abgeschlossenen ersten Erlanger Studie zu Multipler Sklerose, körperlicher Aktivität und Training (MuSkAT) zeigte sich, dass das Thema für MS-Patienten in der Region offensichtlich einen sehr hohen Stellenwert besitzt. Über 650 MS-Betroffene hatten teilgenommen und unter anderem angegeben, inwieweit sie sportlich aktiv sind. Die vorliegenden Ergebnisse sind vielversprechend: Zwischen häufiger Bewegung auf der einen und psychischer Gesundheit sowie Lebensqualität auf der anderen Seite konnten positive Zusammenhänge aufgezeigt werden. Immunologische Untersuchungen befassten sich mit den Reaktionen des körpereigenen Abwehrsystems auf körperliche Belastung. Die Ergebnisse werden zur Zeit für die internationale Publikation vorbereitet.

"Die große Resonanz der MuSkAT-Studie und die erfreulichen Ergebnisse haben uns motiviert, weiterführende Studien zum Thema Sport und MS zu konzipieren", so Studienleiter PD Dr. Mathias Mäurer. Die daraus resultierte neue Studie, die ms-intakt-Studie Erlangen, steht für "Internetbetreute Aktivierung zu körperlichem Training bei Multipler Sklerose". Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden zunächst im Erlanger Institut für Sportwissenschaft und Sport sportmedizinisch untersucht, um den aktuellen Leistungsstand zu ermitteln. In drei Gruppeneinheiten folgt dann die Vorbereitung auf das Trainingsprogramm, und ein Therapeut vermittelt Wissenswertes zu sportlichem Training, speziell bezogen auf Multiple Sklerose. Danach startet das Heimtraining, ein gesundheitsorientiertes Ausdauer- und Kräftigungstraining, bei dem jeder Teilnehmer von einem Sporttherapeuten individuell betreut wird. Zum Mitmachen ist also nur ein PC mit Internetanschluss notwendig - das Training wird von zu Hause aus absolviert.

"Dieses innovative, internetbetreute Training wurde von uns bereits erfolgreich bei gesunden Personen getestet und ist für einen Einsatz mit MS-Patienten hervorragend geeignet" erläutert Prof. Dr. Klaus Pfeifer, Inhaber des Lehrstuhls "Rehabilitation und Gesundheitssport" am Institut für Sportwissenschaft und Sport. Außerdem würden die Studienergebnisse zur Weiterentwicklung von Trainingsempfehlungen für Multiple Sklerose-Patienten beitragen, fügt Diplom-Sportwissenschaftler Alexander Tallner hinzu, der die Studie in Erlangen betreut.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 27.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".

Weitere Informationen für die Medien:

Alexander Tallner
Tel.: 09131/85-28175
Alexander.Tallner@sport.uni-erlangen.de

Sandra Kurze | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-erlangen.de

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