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Das Ziel der deutschen Bundesregierung, in zehn Jahren eine Mio. Elektroautos auf die Straßen zu bekommen, kann nur durch Förderungen umgesetzt werden. Zu diesem Schluss kommt ein von der Energie Impuls OWL koordiniertes Forscherteam von Ökonomen und Juristen, das im Auftrag der Regierung eine Machbarkeitsstudie erstellt hat. Grundvoraussetzung für den klimaschonenden Effekt des ehrgeizigen Ziels ist allerdings, dass der für die Elektromobilität zusätzlich erforderliche Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt.
Stromerzeugung entscheidet über Umweltwirkung
Ob Elektroautos einen Beitrag zum Klimaschutz liefern, hängt ganz davon ab, woher der zum Antrieb nötige Strom stammt. "Wird dieser etwa in einem Kohlekraftwerk erzeugt, kann die Umweltbilanz sogar schlechter ausfallen als bei einem Verbrennungsmotor", betont Thorsten Müller, an der Studie beteiligter Jurist von der Forschungsstelle Umweltenergierecht der Universität Würzburg http://www.uni-wuerzburg.de . Erneuerbare Stromquellen seien daher entscheidend - und zwar Kapazitäten, die zusätzlich zu den heutigen geschaffen werden.
Zwei Terawattstunden (TWh) Strom verbrauchen eine Mio. Elektrofahrzeuge laut den Experten. Das sei nicht viel angesichts der 4,3 TWh Steigerung an Stromproduktion aus erneuerbaren Energien allein zwischen 2007 und 2008. Das Problem für den Start der Elektromobilität im großen Stil dürfte hingegen der noch hohe Preis der Autos sein
Elektroautos kosten derzeit rund 20.000 Euro mehr als vergleichbare konventionelle Pkws. "Der hohe Preis kommt daher, dass Elektrofahrzeuge erst in geringen Stückzahlen produziert werden und die Batteriekosten sehr hoch sind", erklärt Müller gegenüber pressetext. Aus diesem Grund seien staatliche Förderungen für die Einführung unumgänglich. Wie diese aussehen sollten und ob dies rechtlich möglich wäre, hat das Forscherteam erhoben.
Direkte Zuschüsse sind der größte Anreiz
Eine spürbare Entlastung wäre eine Steuerentlastung für die Käufer von Elektroautos. "Die Befreiung von der Mehrwertsteuer kommt derzeit nicht in Frage, denn diese gilt laut EU-Recht nur für den öffentlichen Personennahverkehr, nicht jedoch für den Individualverkehr", so Müller. Möglich wäre allerdings eine Reduzierung auf bis zu fünf Prozent. Auch das Zugeständnis von Vorteilen im Straßenverkehr wie freie Fahrt auf Busspuren oder kostenloses Innenstadt-Parken für strombetriebene Fahrzeuge war in Überlegung. "Das wirksamste Mittel ist jedoch ein direkter Zuschuss, der die Zusatzkosten beim Kauf abdeckt", so Müller.
Es würde reichen, derartige Unterstützungen nur in einer Anfangsphase zu geben, bis entsprechender Absatz geschaffen ist, der die Modelle und Batterien billig macht. "Da der Ölpreis stark schwankt und Elektroautos effizienter sind als Diesel- und Benzinmotoren, sind jedoch auch die Energiebetriebskosten geringer", betont der Würzburger Experte. Spezielle Ausbauanreize für den erneuerbaren Energiesektor seien für die Steigerung der Elektromobilität nicht nötig. "Elektroautos sollten um ihrer selbst willen gefördert werden. Sie bieten als Pufferspeicher eine wichtige Systemfunktion für das Stromnetz", so Müller.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.energie-impuls-owl.de
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