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Für Patienten mit Vorkammerflimmern ist das Medikament Digoxin gefährlich, wie eine Studie der University of Kentucky ergeben hat. Digoxin ist ein Herzmittel, das aus der Fingerhutpflanze (Digitalis) extrahiert wird. Das Team um Samy Claude Elayi analysierte die Gesundheitsdaten von 4.060 Patienten mit Vorhofflimmern. "Unsere Ergebnisse werfen Bedenken über die Sicherheit von Digoxin auf, einem der ältesten und umstrittensten Herzenarzneimittel", sagt Forscher Steven E. Nissen.
Verschreibungen gehen zurück
"Bei Vorhofflimmern war Digoxin oder Digitalis noch am wenigsten umstritten - deswegen sind die Studienergebnisse aufsehenerregend", meint Mediziner Georg Ertl von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin http://dgim.de , Direktor der Medizinischen Universitätsklinik I in Würzburg
http://medizin1.uk-wuerzburg.de , gegenüber pressetext.
Die Verschreibung des Medikaments ist in Deutschland in den vergangenen Jahren jedoch enorm zurückgegangen. "Das Problem bei alten Medikamenten: Sie wurden lange nicht getestet", unterstreicht Ertl. Ein weiteres Problem: Digoxin ist bisher noch gar nicht in seiner Wirkung bei Patienten mit Vorkammerflimmern untersucht worden.
Niedrige Dosis empfehlenswert
Laut der Analyse wurde Digoxin bei 41 Prozent der Todesfälle der Patienten als Risikofaktor assoziiert. "Diese Studie wirft die Frage auf, ob der verbreitete Einsatz von Digoxin bei Patienten mit Vorhofflimmern sinnvoll ist", sagt Elayi. Die Ärzte sollten versuchen Alternativen zu Digoxin zu verschreiben. "Wenn der verschreibende Arzt an Digoxin nicht vorbeikommt, sollte eine niedrige Dosis verschrieben werden. Zudem sollte der Digoxinspiegel überwacht werden", so Elayi.
Oranus Mahmoodi | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.uky.edu
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