Anzeige

Die Entscheidung der USA, in Zukunft stärker auf Biotreibstoffe zu setzen, bedeutet für den Golf von Mexiko unweigerlich die Ausweitung seiner sauerstoffarmen Todeszone. Zu diesem Schluss kommen Mikrobiologen der Carnegie Mellon University in Pittsburgh.
In der Zeitschrift "Environmental Science and Technology" berichten sie, dass selbst eine Konzentration der Bioethanol-Produktion auf Zellulose den Sauerstoff im Golf weiter verknappen wird, obwohl die Stickstoffeinträge dadurch geringer wären als bei der Biotreibstoff-Gewinnung aus Maisstärke.
Sauerstoffarmut hat in den letzten Jahrzehnten in weiten Teilen des Golfes von Mexiko eine große Todeszone entstehen lassen, in der es für höhere Organismen wie Fische, Krebse und Garnelen kein Überleben mehr gibt. Ihr größtes Ausmaß erreicht diese Zone im Frühling und Sommer, wenn der Mississippi und sein zweiter Mündungsarm Atchafalaya viel mit Nährstoffen angereichertes Wasser in den Golf einbringen. Diese Nährstoffe, bei denen vor allem Stickstoff und Phosphor von Bedeutung sind, stammen hauptsächlich von Düngemitteln aus dem mittleren Westen der USA, die durch Regen freigewaschen werden und ins Grundwasser gelangen. Über die Flüsse gelangen sie in den Golf und lassen hier die Algen wuchern, deren Zersetzung viel Sauerstoff für das Atmen der Bakterien benötigt.
Zwar hatten mehrere US-Staaten bereits Programme zur Reduktion der Nährstoff-Abgabe in den Golf gestartet und eine Drittelung der Todeszone von derzeit 15.000 auf 5.000 Quadratkilometern schien möglich. Den Todesstoß für diese Pläne bedeutete jedoch die Entscheidung des US-Senats im Jahr 2007, bis 2022 jährlich 136 Mrd. Liter Ethanol herzustellen. Denn Biotreibstoffe werden unter intensivem Düngeaufwand erzeugt, besonders wenn man als Grundlage Maisstärke verwendet. Laut US-Plänen sollen 40 Prozent der angepeilten Biotreibstoff-Gewinnung auf Maisbasis erfolgen, was eine Verdreifachung der Produktion bedeutet. Der Rest der Biotreibstoffe sollte aus Zellulose oder aus anderen Grundlagen stammen, die weniger Energie und Düngemittel benötigen.
Die aktuelle Studie zeigt, dass die an den Flussmündungen gemessenen Stickstoffe, die für das Algenwachstum verantwortlich sind, auch bei der ausschließlichen Verwendung von Zellulose steigen werden. Zwar wäre im Vergleich zum derzeit angepeilte Mix ein Rückgang um 20 Prozent erreichbar, was jedoch das Wachstum der Todeszonen im Golf von Mexiko nicht aufhalten könne. Dazu tragen auch andere Faktoren bei, die eine Vergrößerung der sauerstoffarmen Zone begünstigen, berichtet Andreas Oschlies vom Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) http://www.ifm-geomar.de gegenüber pressetext. "Auch der Kohlenstoff spielt eine Rolle. Steigt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre, so nehmen die Algen an der Meeresoberfläche mehr davon auf. Ähnlich wie Menschen, die zuviel Junk Food essen, werden Algen mit dem Kohlenstoff fetter, wodurch die Bakterien beim Abbau mehr Sauerstoff verbrauchen. Die Todeszonen wachsen daher mit dem steigenden CO2 der Atmosphäre, selbst wenn der Düngemitteleinsatz gleich bleibt."
Als besonderes Problem von Biotreibstoff-Pflanzen sieht Oschlies, dass ihre Produktion besonders häufig von fehlender Düngeeffizienz und auch von Überdüngung betroffen ist. "Da für die Landwirte die Gewinnspanne größer ist, werden Biotreibstoffe heute in massiven Monokulturen angebaut, die wiederum mehr Düngemittel erfordern. Während sich der Markt in der Nahrungsmittelproduktion längst in Richtung sparsamer Düngung weiterentwickelt hat, ist dies bei Biotreibstoffen nicht der Fall", so der Experte für biogeochemische Modellierung.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.cmu.edu
Weitere Berichte zu: Algen > Bakterien > Biokraftstoff > Biotreibstoff > Biotreibstoff-Gewinnung > Düngemittel > Kohlenstoff > Maisstärke > Nährstoff > Sauerstoff > Stickstoff > Todeszone > Todeszonen > Überdüngung > Zellulose
Big jolt to state economy with new tax on cigarettes
07.02.2012 | University of California - San Francisco
Kindheit und Jugend im Fokus aktueller Studien
07.02.2012 | Fachhochschule Potsdam
Eine Puppe in der Puppe und noch eine drumherum – so erklärt Thomas Fässler seine Moleküle: Er packt ein Atom in einem Käfig in noch ein weiteres Atomgerüst.
Mit ihrer großen Oberfläche könnten solche Strukturen als hocheffiziente Katalysatoren dienen. Wie bei dem russischen Holzspielzeug sitzt ganz innen drin ein einzelnes kleines Zinnatom, eingepackt in eine Hülle aus zwölf Kupferatomen, und diese ist nochmals umgeben von weiteren 20 Zinnatomen.
In der Arbeitsgruppe von Professor Fässler am Institut für Anorganische ...
Eine Notunterkunft muss schnell verfügbar, kostengünstig, leicht zu transportieren und unkompliziert im Aufbau sein.
In der Katastrophenhilfe ist daher das Zelt die erste Wahl. Doch oft wird aus dem Provisorium ein Dauerzustand, der sich über Jahre erstrecken kann. Ziel des Projektes Architekturstudierender am KIT: ein Ansatz, der die Lebensbedingungen in solchen Zeltlagern verbessert. Mit der sechseckigen Konstruktion „x-tent.me“ entwickelten sie eine Übergangsform zwischen temporärer ...
Viele Insektenlarven fressen Pflanzen und richten so in der Landwirtschaft Schaden an. Wie wird das Fressverhalten der Larven gesteuert, welche Hormone sind daran beteiligt? Das untersuchen Wissenschaftler vom Biozentrum der Universität Würzburg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ihr Projekt.
Ob ein Mensch Hunger spürt oder sich satt fühlt, wird durch ein komplexes Signalnetzwerk in seinem Organismus bestimmt. Daran beteiligt sind Nervensystem, Magen-Darm-Trakt, Bauchspeicheldrüse und Fettzellen, wobei diese Akteure über so genannte Neuropeptide wie Orexin und über Peptidhormone wie Insulin oder Leptin miteinander kommunizieren. Peptide von diesem Typus spielen im ...
Siemens hat eine getriebelose Windenergieanlage mit sechs Megawatt (MW) Leistung für den Offshore-Einsatz auf den Markt gebracht.
Windturbinen ohne Getriebe zeichnen sich durch ein robustes Design und ein geringes Gesamtgewicht aus. Diese Kombination senkt Infrastruktur-, Installations- und Wartungskosten und steigert die Energieausbeute und damit die Rentabilität über die gesamte Lebensdauer der Anlage. Die Rotorblätter der SWT-6.0-Windturbine sind mit 75 Meter Länge die größten für 6-MW-Anlagen.
Sie basieren auf ...
Siemens hat den weltweit ersten Leistungsschalter entwickelt, der bei Spannungen von 1,2 Millionen Volt arbeitet.
Solche Ultrahochspannungen erhöhen die Übertragungskapazität von Stromleitungen und bieten so die Möglichkeit, auf relativ wenigen Trassen große Mengen elektrischer Energie zu transportieren.
Leistungsschalter werden in Umspannwerken eingesetzt, um einzelne Stromleitungen zu- oder abzuschalten. Der neue Schalter ist für eine Testinstallation im indischen Bina bestimmt. Indien setzt auf die Ultrahochspannungs-Technik, um seine ...
Anzeige
Anzeige

07.02.2012 | Physik Astronomie
Sharp images from the living mouse brain
07.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
07.02.2012 | Architektur Bauwesen
Zuverlässig und sicher fahren mit alternativen Antrieben
07.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
II. HHL-Energiekonferenz zu “Smart Cities“
07.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
GI-VDE-Forum zum Thema IT-Sicherheit auf der CeBIT am 9. März 2012 ab 11:00 Uhr
07.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten