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Zuwanderung: Internationale Studie über die Integrationspolitik

29.04.2002

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Viele Staaten der Europäischen Union erkennen inzwischen die Tatsache an, zu Einwanderungsländern geworden zu sein. Gleichzeitig wächst die Überzeugung, dass angesichts der anhaltenden Zuwanderung eine offensive Integrationspolitik nötig ist. Vor diesem Hintergrund leitet der Jurist Prof. Dr. Michael Wollenschläger von der Uni Würzburg ein internationales Forschungsprojekt: Es geht um die Integration anerkannter Flüchtlingsfamilien im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention.


Bei diesen Familien handelt es sich um Menschen, die in ihren Heimatländern "begründete Angst vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung" haben müssen, wie Projektmitarbeiter Ralf Roßkopf erläutert.

Solche Flüchtlingsfamilien befinden sich in einer besonderen Situation, weil sie in der Regel die Vor- und Nachteile ihrer Migration vorher nicht frei abwägen konnten. Die Studie soll zeigen, ob sich die Flüchtlinge mit der Frage auseinandergesetzt haben, inwieweit sie mit ihrem Herkunftsland brechen und sich stattdessen in die Aufnahmegesellschaft integrieren wollen. Haben sie sich vergegenwärtigt, welche Herausforderungen die Flucht an die eigene Persönlichkeit und Identität stellen wird? Was sind die besonderen Bedürfnisse der Familien der Flüchtlinge?

Diese Fragen sollen durch ausführliche Interviews beantwortet werden. Dabei klären die Wissenschaftler unter anderem Integrationsstand, aufenthaltsrechtliche Stellung, menschliches Umfeld und Integrationsziele der Flüchtlinge ab. In Deutschland werden die Befragungen von der Uni Würzburg in Kooperation mit der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt geleitet und in ganz Unterfranken stattfinden. An der Studie beteiligen sich weiterhin: Österreich, Großbritannien, Italien und die Niederlande.

Die Wissenschaftler betrachten aber auch die andere Seite: Welche Interessen verfolgen die Zufluchtsstaaten, die zwar die Notwendigkeit der Integration erkannt haben, andererseits aber auch keine Anreize für eine unkontrollierte Zuwanderung schaffen wollen? Wie lassen sich die Interessen der Flüchtlinge und der Aufnahmegesellschaften in Übereinstimmung bringen?

Die gefundenen Antworten sollen dann den Integrationsvorgaben des nationalen, europäischen und internationalen Rechts gegenübergestellt werden. Dadurch wollen die Wissenschaftler den Reformbedarf erkennen und praxisnahe Reformvorschläge entwickeln, sprich: die Eckpunkte einer künftigen Integrationspolitik festlegen. Finanziert wird die Studie vom Flüchtlingsfonds der Europäischen Union und von der Deutschen Sektion der Forschungsgesellschaft für das Weltflüchtlingsproblem (AWR).

Die ersten Ergebnisse werden auf dem 52. Internationalen AWR-Kongress zusammengetragen und durch Länderberichte aus circa 20 weiteren europäischen und außereuropäischen Staaten ergänzt. Diese Tagung findet vom 29. September bis 2. Oktober 2002 in Würzburg statt. Das endgültige Resultat soll auf der Fachtagung "Europäisierung des Asyl- und Einwanderungsrechts" vorgestellt werden, die im November 2002 ebenfalls in Würzburg stattfinden wird. Voraussichtlich Ende 2002 wird die Studie dann als Buch veröffentlicht sein.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Michael Wollenschläger, T (0931) 31-2305, Fax (0931) 31-2910,
E-Mail: wollenschlaeger@jura.uni-wuerzburg.de


Robert Emmerich | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.awr-int.de

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