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Rund ein Viertel der an US-Universitäten tätigen medizinischen Forscher werden von der Industrie finanziell gefördert. Diese finanziellen "Fesseln" zwischen Industrie, Forschern und akademischen Einrichtungen verzerren Studienergebnisse.
"Es gibt starke und schlüssige Beweise, dass die Industrie-gesponserte Forschung zu pro-industriellen Forschungsschlüssen führt", erklärt Studienleiter Justin Bekelman von der Yale University.
Dass die Industrie die Forschung beeinflusst, hat bereits in den vergangenen Jahren Schlagzeilen und den Ruf nach Reformen laut gemacht. Die neue Analyse von Bekelmann und Cary Gross, beide selbst mit Verbindungen zur Industrie, hat die Häufigkeit derartiger Vorkommnisse quantifiziert. Sie sichteten 37 Studien über das Ausmaß, die Wirkung und die Handhabung von Interessenskonflikten in der biomedizinischen Forschung. In 1.140 wissenschaftlichen Papers wurde ein deutlicher Zusammenhang zwischen industriellem Sponsoring und pro-industriellem Ergebnis offensichtlich. Industrie-gesponserte Studien führten 3,6 Mal häufiger zu pro-industriellen Resultaten als nicht von Firmen finanzierte Studien.
Zudem stellten die Autoren fest, dass rund zwei Drittel aller akademischen Institutionen Anteile an Start-Ups halten, die wiederum Forschung an der selben Institution sponsern. Der Einfluss des Staates auf die biomedizinische Forschung in den USA nimmt ab, während die Industrie zunehmend mehr investiert. "Die Unterstützung aus der Industrie ist in den vergangenen 20 Jahren dramatisch gestiegen. 1980 steckte die Industrie noch rund 32 Prozent der Gesamtinvestitionen in die biomedizinische Forschung und Entwicklung. Im Jahr 2000 waren es bereits 62 Prozent", betonte Bekelman. Das Resümee der Wissenschaftler: Verbindungen zur Industrie sind zwar wichtig und haben zum medizinischen Fortschritt beigetragen. Die Bande sollten aber offen gelegt und überwacht werden.
Sandra Standhartinger | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.yale.edu
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