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Wissenschaftler der University of Cambridge haben nachgewiesen, dass Selbsterkenntnis für Autisten ein großes Problem ist. Sehr präzise Scans der Gehirne von Betroffenen zeigten, dass sie weniger aktiv sind, wenn sie mit selbstreflektierenden Gedanken beschäftigt sind. Diese Forschungsergebnisse liefern neurologische Erklärungen dafür, warum Menschen mit Autismus in sozialen Situationen Schwierigkeiten haben. Details der Untersuchung wurden in dem Fachmagazin Brain veröffentlicht.
Autismus wurde lange als Krankheit angesehen, die mit extremem Egozentrismus in Zusammenhang steht. Jetzt ist nachgewiesen, dass Betroffene Schwierigkeiten damit haben, über sich nachzudenken und daraus Erkenntnisse abzuleiten, berichtet die BBC. Das Forscherteam um Michael Lombardo nutzte funktionelle Magnet-Resonanz-Tomographie-Scans, um die Gehirnaktivität bei 66 Freiwilligen zu messen. Bei der Hälfte der Teilnehmer war eine Störung des autistischen Formenkreises festgestellt worden.
Unterschiede in der Gehirnaktivität
Die Teilnehmer wurden ersucht, entweder ihre eigenen Gedanken, Meinungen, Vorlieben oder körperliche Charakteristiken zu beurteilen oder die eines anderen Menschen. Als Beispiel für einen anderen Menschen wurde die Queen herangezogen. Die Gehirne wurden bei der Beantwortung dieser Fragen gescannt. So wurden Unterschiede in der Gehirnaktivität bei Autisten und Nicht-Autisten sichtbar. Die Wissenschaftler interessierten sich vor allem für einen Bereich des Gehirns: das mittlere untere Stirnhirn (VMPFC). Es ist dann aktiv, wenn Menschen über sich selbst nachdenken.
Es zeigte sich, dass dieser Bereich des Gehirns bei typischen Freiwilligen aktiver war, wenn ihnen Fragen über sie selbst und nicht über die Queen gestellt wurden. Bei autistischen Menschen kam es zu einer gleichmäßigen Reaktion. Es machte keinen Unterschied, ob sie über sich oder die Queen nachdachten. Für Lombardo ist damit nachgewiesen, dass das autistische Gehirn Schwierigkeiten damit hat, Informationen über das Selbst zu verarbeiten. Soziale Interaktionen mit anderen Menschen erforderten, das Verhältnis zwischen einem selbst und dem anderen im Auge zu behalten, so der Forscher. "In manchen sozialen Situationen ist es wichtig festzustellen 'Wir sind uns ähnlich', in denen kann es wichtig sein zu erkennen 'Ich bin anders als du'."
Michaela Monschein | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.cam.ac.uk
brain.oxfordjournals.org
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