Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zweite Muttersprache bereitet Kindern Probleme

22.12.2008
Sprachverständnis von Adoptivkindern braucht größeres Augenmerk

Jedes dritte aus dem Ausland stammende Adoptivkind hat Sprachprobleme. Zu diesem Schluss kommen Forscher der norwegischen Universität Stavanger. Die zahlreichen Turbulenzen einer Adoption führten dazu, dass die Sprachentwicklung von Kindern wenig Beachtung bekomme.

Denn obwohl die Kinder erstaunlich schnell die neue Alltagssprache übernehmen, lernen sie bestimmte Ausdrücke nur oberflächlich. "Das kann im späteren Bildungsverlauf zu Problemen führen", so Studienleiterin Kari Åse Wagner. Sie fordert stärkere Aufmerksamkeit für Adoptivkinder seitens Kindergärten und Schulen.

Über den Erfolg des Sprachlernens entscheidet vor allem das Alter des Kindes bei der Adoption, bei der auch der Sprachwechsel stattfindet. Der Erwerb der Erstsprache beginnt bereits im Bauch der Mutter, deren Stimme das Kind hört. Tests konnten nachweisen, dass Säuglinge Klang- und Intonationsmuster aus der Sprache der Mutter gegenüber denen anderer Sprachen bevorzugen.

Mit sechs Monaten beginnt das Kind schließlich, Laute aus der Muttersprache selbst nachzuahmen, ab drei Jahren dient die Sprache vorrangig zur Mitteilung von Wünschen, zur Kommunikation mit anderen Kindern und zum Spielen. Je jünger ein Kind adoptiert wird, desto weniger Probleme sind für die Sprachumstellung zu erwarten. Eine späte Adoption bedeutet für viele Kinder, dass sie die Sprache oberflächlicher erlernen.

Kinder übernehmen zwar sehr schnell die neue Alltagssprache und sind mit drei bis vier Jahren schon regelrechte Experten im Nachsprechen von Wörtern. Die Bedeutung der Wörter bleibt ihnen jedoch teilweise verschlossen. Das führt Erwachsene oft zum Fehlglauben, die Kinder seien in der Sprachentwicklung bereits weiter fortgeschritten als es tatsächlich der Fall ist. Das fehlende Verständnis ist in Sprachtests kaum messbar, auch beim Lesen gibt es zunächst kaum Probleme. Wenn sprachliche Herausforderungen jedoch wachsen, Anweisungen im Klassenzimmer nicht verstanden werden und Gelesenes zur wichtigsten Quelle des Wissenserwerbs wird, kommt es zu Konflikten. Seitens der Schule wird dieser Mangel häufig als Konzentrationsproblem beurteilt.

Unerwartete Sprachprobleme in der Schule könnten laut Wagner durch ausreichendes Augenmerk auf die Sprache in der frühen Kindheit verhindert werden. Korrekturen von Sprachproblemen von Adoptivkindern sollten bereits im Kindergarten ansetzen. "Doch Kindergärten und Schulen sind sich der Problematik noch kaum bewusst", so Wagner abschließend.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uis.no

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

18.08.2017 | Geowissenschaften