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Zigaretten mit Pathogenen kontaminiert

23.11.2009
Bakterien und gefährliche Mikroben belasten Rauchwaren

Ein französisch-US-amerikanisches Forscherteam hat festgestellt, dass Zigaretten mit einer Reihe von Bakterien und anderen Mikroben belastet sind. Einige der gefundenen Bakterien, die auch im Boden vorkommen, können zu schweren Erkrankungen führen. Die untersuchten Zigaretten waren Markenprodukte, berichten die Forscher im Fachmagazin Environmental Health Perspectives.

"Wir waren ziemlich überrascht davon, wie viele verschiedene bakterielle Pathogene in den Zigaretten enthalten waren", so Studienleitautorin Amy Sapkota, Professorin an der University of Maryland School of Public Health. "Die Zigaretten, die wir untersucht haben, gibt es in jedem Tabakladen zu kaufen und sie enthielten jede Menge Bakterien, die für den Menschen sehr gefährlich werden können." Ein solches Pathogen war etwa Pseudomonas aeruginosa - der bedeutendste "Krankenhauskeim" mit Mehrfachresistenzen gegen Antibiotika.

Hunderte verschiedene Bakterien gefunden

Bakterien, die für Milzbrand, Lebensmittelvergiftungen und Lungeninfektionen verantwortlich waren - etwa Clostridium, Klebsiella und Acinetobacter waren in den Zigaretten ebenfalls in großen Mengen nachweisbar. Die Forscher sprechen von hunderten verschiedenen Bakterien, die sie mit Hilfe der DNA-Microassay-Methode nachweisen konnten.

Die Forscherin geht davon aus, dass Bakterien den Verbrennungsvorgang überleben können. "Wenn das so sein sollte, heizen Zigaretten Infektionen, aber auch chronische Erkrankungen sowohl bei Rauchern als auch bei Nichtrauchern in der Umgebung an", so die Forscherin.

Weiterforschung dringend notwendig

Den ersten Befund findet der Ordinarius für Umwelthygiene an der Medizinischen Universität Wien http://www.meduniwien.ac.at , Manfred Neuberger, als interessant. Er traue sich allerdings nicht, ein weiter reichendes Bild zu zeichnen, denn dazu müsste man mehrere Untersuchungen durchführen, erklärt der Experte gegenüber pressetext. "Die wesentliche Frage ist, wie viele pathogene Keime in die Lunge transportiert werden und ob sie dort auch in ausreichender Menge vorhanden sind, um tatsächlich Erkrankungen zu verursachen."

"Es ist auch nicht geklärt, ob im Rauch tatsächlich noch lebensfähige Keime vorhanden sind", erklärt der Experte. Diese Fragen könne letztlich allerdings nur in Raucheruntersuchungen geklärt werden. Erschwerend hinzu komme sicherlich, dass der Rauch das Flimmerhärchen lähmt und dadurch die Selbstreinigung herabgesetzt wird. "Weiterführende Untersuchungen wären jedenfalls sehr wünschenswert", so der Forscher.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ehponline.org
http://www.sph.umd.edu

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