Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zeitaufwand bei Bachelor-Studierenden etwas höher

14.04.2011
Studie von BMBF und DSW vergleicht Bachelor-Studenten mit Diplom- und Magister: Kaum Unterschiede bei Zeitbudget, Erwerbstätigkeit, Studienfinanzierung und sozialer Herkunft

Die wirtschaftliche und soziale Lage der Bachelor-Studierenden unterscheidet sich nur wenig von jener der Diplom- und Magister-Studierenden. Angehende Bachelor fühlen sich zeitlich etwas stärker belastet, doch immerhin gut jeder Zweite jobbt noch neben dem Studium. Das BAföG spielt bei den Einnahmen aber eine größere Rolle. Das geht aus dem Sonderbericht „Studierende im Bachelor-Studium 2009“ hervor, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Deutsche Studentenwerk (DSW) heute gemeinsam veröffentlichen.

„Der Bericht zeigt: Bund und Länder befinden sich mit der Bologna-Reform auf dem richtigen Weg. Der Bachelor als Abschluss hat sich etabliert“, sagte Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung. „Die Ergebnisse sind eine gute Grundlage für die Bologna-Konferenz, zu der wir Anfang Mai Vertreter der Hochschulen, der Studierendenschaft, der Wirtschaft und der Arbeitnehmer eingeladen haben.“

Dem Bericht liegen die Daten aus der 19. Sozialerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden zugrunde, einer repräsentativen Befragung aus dem Sommer 2009. Durchgeführt wurde die Befragung vom Hochschul-Informations-System (HIS), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Autoren des Berichts verglichen die Antworten von rund 5.500 Bachelor-Studierenden in den ersten sechs Hochschulsemestern mit den Antworten von rund 1.300 Studierenden eines Diplom- oder Magisterstudiengangs, die sich im Sommer 2009 ebenfalls im ersten bis sechsten Semester befanden.

Demnach wenden Bachelor-Studierende an Universitäten für Studium und Nebenjob 42,8 Stunden auf, an den Fachhochschulen 43,6 Stunden. Zum Vergleich: Diplom- oder Magister-Studierende an Universitäten kommen auf 41,7 Stunden in der Woche, an Fachhochschulen auf 42,2 Stunden.

Die zeitliche Belastung durch das Studium während der Vorlesungszeit wird von 43 Prozent der Bachelor-Studierenden als hoch und von 18 Prozent als zu hoch eingeschätzt. Studierende in den „alten“ Diplom- oder Magister-Studiengängen fällen diese Urteile mit 41 bzw. 11 Prozent seltener.

„Ein Fünftel der Bachelor-Studierenden fühlt sich zeitlich überlastet. Das muss in den Dialog- und Reformprozess an den Hochschulen einfließen“, fordert DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat.

Die Quote der Erwerbstätigen, also der Anteil der Studierenden, die nebenher jobben, ist bei den Bachelor-Studierenden mit 58 Prozent niedriger als bei den Diplom-/Magister-Studierenden (63Prozent). 26 Prozent der Bachelor-Studierenden betonen, dass ihnen das Jobben wegen der hohen Studienbelastung nicht möglich ist. Bei den Studierenden der alten Studiengänge sind es 23 Prozent.

Insgesamt bestreiten Bachelor-Studierende mit 16 Prozent einen geringeren Anteil ihrer Einnahmen durch eigenen Verdienst als Diplom-/Magister-Studierende, bei denen 19 Prozent der Einnahmen aus eigenem Verdienst stammen. Mehr als die Hälfte der Einnahmen, über die Bachelor-Studierende verfügen, stammt von den Eltern. Mit einem Finanzierungsanteil von 21 Prozent spielt das BAföG bei Bachelor-Studierenden eine etwas größere Rolle als bei den Diplom-/Magister-Studierenden (19 Prozent).

Die mit dem Bologna-Prozess und der Einführung der neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master verbundene Hoffnung, das neue, gestufte Studiensystem könne mehr junge Menschen aus hochschulfernen Schichten mobilisieren, hat sich zumindest teilweise erfüllt. Studierende, die an einer Fachhochschule einen Bachelor-Abschluss erwerben wollen, kommen anteilig häufiger aus der sozialen Herkunftsgruppe „niedrig“ und haben seltener Eltern mit akademischem Abschluss.

„Der Bericht ist eine erste Zwischenbilanz, wie sich der Bologna-Prozess auf die soziale und wirtschaftliche Lage der Studierenden auswirkt. An einzelnen Punkten wie dem Zeitbudget oder der hohen Erwerbstätigenquote bleibt es kritisch“, kommentiert DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat.

Die Studie „Studierende im Bachelor-Studium 2009“ zum Download finden Sie im Internet unter: http://www.studentenwerke.de/pdf/Bachelor-Bericht_Soz19.pdf

Silvia von Einsiedel | BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.studentenwerke.de/pdf/Bachelor-Bericht_Soz19.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften