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Jedem zehnten Selbstständigen droht Altersarmut

09.09.2009
Mittel zur Vorsorge reichen für Grundsicherung nicht aus

Mehr als jeder zehnte Selbstständige ist hierzulande von Altersarmut bedroht. Wie das Mannheimer Forschungsinstitut Ökonomie und Demographischer Wandel (MEA) aufzeigt, stehen zwar dem größten Teil der Selbstständigen ausreichende Mittel für eine Altersvorsorge zur Verfügung.

Daher dürfte für diese Gruppe Altersarmut weitgehend ausgeschlossen sein. "Mindestens zehn Prozent der Haushalte mit selbstständigem Haupteinkommensbezieher sind jedoch nicht in der Lage, aus ihrem Nettoeinkommen einen ausreichend großen Betrag zu sparen, der ein Alterseinkommen in Höhe der Grundsicherung im Alter sicherstellt", so die Erkenntnis.

Dieser zufolge reichten die anhand des Einkommens verfügbaren Mittel in den Jahren 2005 bis 2008 bei elf bis zwölf Prozent nicht aus, um die eigene Versorgung zu gewährleisten. Aufgrund der Wirtschaftskrise könnte die Gefahr sogar noch steigen.

"Arbeitslose, die ihre Stelle im Zuge der Wirtschaftskrise verloren, suchen häufig in der Selbstständigkeit einen Ausweg", erklärt Michael Ziegelmeyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des MEA, im Gespräch mit pressetext. Die Krise würde daher zu mehr von Arbeitslosigkeit getriebener Selbstständigkeit führen. "Dies kann das Problem noch verstärken", meint Ziegelmeyer. Derzeit sind dem Experten zufolge rund drei Viertel der Selbstständigen nicht durch ein obligatorisches Altersvorsorgewerk abgesichert. Zudem habe sich die Zahl der Soloselbstständigen seit 1991 auf rund 2,3 Mio. etwa verdoppelt. Mehr als einem Fünftel drohe eine "relative Armut", deren obere Grenze bei 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens liegt.

Obwohl von Selbstständigen durchschnittlich mehr gespart wird als von Haushalten mit abhängig Beschäftigten, sorgen jene Selbstständigen im unteren Einkommensbereich vergleichsweise weniger vor als Angestellte. Dabei werden bei diesen ohnehin Beiträge zur Rentenversicherung abgeführt. Zwar ist das Gesamtvermögen der Selbstständigen im Durchschnitt rund dreimal so hoch wie bei Beschäftigten. Auf die private Altersvorsorge entfallen davon jedoch nur rund vier Prozent.

Bei den über 55 Jahre alten Selbstständigen kann sogar ein Viertel den Vermögensbedarf zur Deckung der Grundsicherung im Alter nicht aufbringen. Dennoch dürfe nicht "vorschnell auf ein generelles Schutzbedürfnis von Selbstständigen geschlossen werden", womit eine Vorsorge- bzw. Versicherungspflicht gerechtfertigt werden könnte. So bleibt etwa offen, ob Selbstständige stärker von Altersarmut bedroht sind als andere Bevölkerungsgruppen. Außerdem müssten die Nachteile einer Verpflichtung zur "demographieanfälligen" Rentenversicherung berücksichtigt werden.

Altersvorsorgeverhalten von Selbstständigen (PDF-Download):
http://www.mea.uni-mannheim.de/publications/meadp_187-09.pdf

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.mea.uni-mannheim.de/publications/meadp_187-09.pdf

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