Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zank unter Geschwistern macht schlau

15.04.2011
Familienforscher: "Kinder brauchen Streit"

Geschwister beschleunigen die Entwicklung eines Kleinkindes. Das gilt auch für den Fall, dass sie einander ständig in den Haaren liegen, berichten Forscher der Universität Cambridge. Gerade Streitereien unter Kleinkindern fördern deren soziales Verstehen und die Konfliktlösung, helfen dem emotionalen Wachstum und beschleunigen sogar das Vokabellernen, so Claire Hughes in ihrem Buch "Social Understanding and Social Lives".

Spielwiese des sozialen Lernens

Die Forscher begleiteten 140 Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen vom zweiten bis zum sechsten Lebensjahr. Sie filmten ihre Interaktion mit dem Umfeld, befragten Eltern, Erzieher und die Kinder selbst und testeten Planungskompetenz, Arbeitsgedächtnis und Selbstkontrolle. Während anhaltende Rivalität Verhaltensprobleme und langfristige Folgen nach sich ziehen kann, wirken sich mildere Formen der Auseinandersetzung jedoch durchwegs positiv aus. Kinder profitieren meistens von Geschwistern, auch wenn die Beziehung nicht herzlich ist, so das Resümee der Wissenschaftler.

"Geschwister sind eine Spielwiese der sozialen Interaktion. Sie erlauben das Ausprobieren und die Entwicklung der 'Soft Skills'", erklärt der Münchner Familienforscher Hartmut Kasten http://www.hartmut-kasten.de im pressetext-Interview. Anders als in Kindergruppen dürfen Kinder unter Geschwistern auch laut werden, die Ellbogentechnik einsetzen oder "Nein" sagen. Wertvoll sei auch das unterschiedliche Alter - denn nicht nur jüngere profitieren sozial und kognitiv, sondern auch ältere Geschwister, letztere etwa im Nachgeben, Kompromisse finden sowie in der Empathie.

Geduld mit Hund und Katz

Laut Kasten ist bei Geschwistern ein Altersabstand von drei Jahren optimal, da er das gegenseitige Lernen am ehesten ermögliche. "Ein engerer Abstand sowie das gleiche Geschlecht bringt viel Austausch, Nähe und Vertrauen, erhöht jedoch auch die Gefahr von Rivalität und Eifersucht." Konfliktreich sei dabei nicht nur das Teilen der Spielzeuge und der Elternliebe, sondern auch das ständige Aufholen-Wollen sowie der Vergleich mit dem Vorbild, der von der auf Konkurrenz orientierten Gesellschaft ständig eingeimpft werde.

Die Cambridge-Forscherin Hughes betont, dass Eltern ihre Kinder ruhig streiten lassen sollten. Auch Kasten rät zur Geduld. "Häufig sind Eltern leidgeprüft, wenn sich Kinder ständig wie Hund und Katz verhalten. Doch Kinder brauchen den Streit." Aktiv solle die elterliche Beobachterrolle dennoch sein, um eine positive Streitkultur zu gewährleisten. "Streite dürfen nicht immer nach demselben Muster ablaufen, etwa wenn ständig das jüngere Kind provoziert und das ältere mit Brachialgewalt antwortet. Spätestens bei körperlichen Übergriffen ist Einlenken unbedingt nötig."

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.cam.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen