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Zahlungsmoral in Deutschland fast so gut wie vor der Krise

28.01.2010
  • Ende 2009 erstmals alle Branchen und Bundesländer mit verbesserter Zahlungsmoral
  • Durchschnittlicher Zahlungsverzug 9,8 Tage
  • Maschinenbau, Handwerk und Baugewerbe zahlen besser als zu Beginn der Finanzkrise

Das Zahlungsverhalten deutscher Unternehmen hat sich auch im 4. Quartal 2009 erneut verbessert. Laut einer Studie des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B Deutschland zahlten durchschnittlich 79,35 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ihre Rechnungen vereinbarungsgemäß.

Damit stieg die Zahlungsmoral um fast einen Prozentpunkt im Vergleich zum 3. Quartal 2009 und ist der zweite Anstieg in Folge im Jahr 2009. "Eine versöhnliche Entwicklung zum Jahresende", resümiert Thomas Dold, Geschäftsführer bei D&B Deutschland. "Die Erholung der deutschen Wirtschaft spiegelt sich in der Zahlungsmoral des 4. Quartals wider: Ein Jahr nach Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise näherte sich das Zahlungsverhalten wieder dem Vorkrisenniveau (Q4/08: 79,7 Prozent)", so Dold bei der Vorstellung der Zahlen.

Die Wirtschaftskrise hinterließ vor allem in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2009 bei der Zahlungsmoral deutlich ihre Spuren. Unternehmen konnten jedoch ihre Liquidität sowie ihre Zahlungsmoral im Verlaufe des Jahres stabilisieren. Allerdings nutzten Unternehmer 2009 verstärkt Lieferantenkredite zur Überbrückung von Finanzierungsengpässen. Dies zeigt sich aktuell in der steigenden Anzahl der Verzugstag. Somit mussten Unternehmen länger auf ihr Geld warten. Im Rückblick auf das krisengeschüttelte Jahr 2009 bescheinigen die im Rahmen des D&B DunTrade® Programms ausgewerteten 600 Millionen Rechnungen dem Großteil der Unternehmen in Deutschland weiterhin eine gute Zahlungsmoral, die seit dem 3. Quartal 2009 wieder ansteigt.

Alle Branchen im 4. Quartal mit besserer Zahlungsmoral
Erstmals seit Ende 2008 verbesserten sich im 4.Quartal 2009 alle analysierten Branchen. Die Top-3-Branchen mit den pünktlichsten Zahlungen sind unverändert Pharma, Banken und Maschinenbau. Mit 93,69 Prozent vereinbarungsgemäß bezahlten Rechnungen erreicht die Pharmabranche fast denselben Durchschnitt wie im 4. Quartal 2008 (94,32 Prozent) kurz nach Eintritt der Finanzkrise. Die Maschinenbauer (83,23) übertreffen sogar um einen Prozentpunkte ihre Zahlungsmoral des 4. Quartals 2008 (82,2 Prozent). Diese Entwicklung bedingt sich durch wieder vermehrte Auftragseingänge und dem Anziehen des Weltmarkts. Verglichen mit dem 3. Quartal 2009 besserten die krisengeplagte Automobilindustrie und die -zulieferer ihre pünktlichen Zahlungen um fast 2 Prozentpunkte auf. Trotzdem sind die Autobauer und ihre Zulieferer die eindeutigen Verlierer in der Krise. Ihr Zahlungsniveau liegt aktuell weiter deutlich unter dem des letzten Jahres.
Bundesländer aller besser - Verzugstage nehmen zu
Auch in der Betrachtung der Bundesländer stieg der Anteil der Unternehmen, die vereinbarungsgemäß zahlten, und das über alle Bundesländer hinweg. Aber der Trend, Rechnungen immer länger aufzuschieben, setzt sich auch im 4. Quartal fort. Insgesamt betrachtet zahlten Unternehmen aus den 16 Bundesländern durchschnittlich nahezu 10 Tage nach Zahlungsziel. Vor einem Jahr (Q4/2008) waren es noch 8,9 Tage. Außerdem lässt sich eine deutliche Abnahme des Zahlungsverhaltens in Deutschland im Ost-West-Gefälle feststellen. Während Unternehmen aus Bayern (8,76 Tage) und Baden-Württemberg (8,88 Tage) am schnellsten im Begleichen von offenen Rechnungen sind, so gehören Betriebe aus Brandenburg (10,59 Tage), Sachsen-Anhalt (10,58 Tage) und Berlin (10,54 Tage) zu den "Spätzahlern".
Ausblick/Prognose 2010
2010 wird besser als 2009. Allerdings ist bei aller anfänglichen Euphorie Vorsicht geboten. Trotz des erwarteten leichten Aufschwungs haben viele Unternehmen die Krise noch nicht überstanden. Es besteht die Gefahr eines deutlichen Anstiegs der Insolvenzen vor allem bei Klein- und Mittelständlern. In vielen Branchen werden Geschäfte vorfinanziert und dort drohen eigenkapitalschwachen Unternehmen ohne ausreichende Kreditlinien Finanzierungslücken oder sogar Zahlungsunfähigkeit. Einerseits wird es vielen Unternehmen besser gehen, andererseits werden einige das Anziehen der Konjunktur nicht mehr erleben oder überleben. Insgesamt wird sich jedoch nach Einschätzung von D&B die Zahlungsmoral 2010 positiv entwickeln und sich auf dem Niveau von 2008 einpendeln.

Die komplette Studie zur Zahlungsmoral im 4. Quartal 2009 können Sie hier herunterladen: http://www.dnbgermany.de/media/10-01-25-DnBStudieZahlungsmoral-Quartal4-2009.pdf

Über D&B Deutschland
D&B Deutschland (früher Dun & Bradstreet) ist ein Unternehmen der Bisnode Gruppe und gehört zum weltweiten D&B Netzwerk, dem Weltmarktführer für Wirtschaftsinformationen und Firmenbewertungen. Unternehmen aus allen Branchen nutzen die Daten und Lösungen von D&B Deutschland zur Bonitätsprüfung, bei der Kundengewinnung und im strategischen Einkauf. Basis dafür ist die D&B Datenbank mit Informationen über 4,5 Millionen deutsche und mehr als 150 Millionen Unternehmen weltweit. In die Bonitätsbewertung der Firmen fließt auch deren Zahlungsverhalten ein. Dazu wertet D&B alleine in Deutschland jährlich mehr als 600 Millionen Rechnungsinformationen aus. Die Zuordnung aller Informationen zu den Unternehmen ist durch die von D&B eingeführte D-U-N-S® Nummer eindeutig. Die D-U-N-S® Nummer wird unter anderem vom Verband der Automobilindustrie (VDA), vom Verband der Chemischen Industrie (VCI), von der Europäischen Kommission und von der ISO als Standard empfohlen und eingesetzt. Mehr Informationen unter: www.dnbgermany.de
Ihr Ansprechpartner:
Christian Noack
Manager Public Relations
D&B Deutschland GmbH
T 06151 1375-736
F 06151 1375-99 736
noack@dnbgermany.de

Christian Noack | D&B Deutschland GmbH
Weitere Informationen:
http://www.dnbgermany.de
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