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Zahl der in Deutschland arbeitenden Grenzpendler hat sich seit 2000 verdoppelt

08.12.2009
Rund 72.500 Personen mit Wohnsitz in einem der Nachbarländer pendelten im Jahr 2005 nach Deutschland, um dort zu arbeiten. Innerhalb von fünf Jahren hat sich ihre Zahl damit fast verdoppelt, zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Über die Hälfte der Grenzpendler hat ihren Wohnsitz in Frankreich. Österreich und die Niederlande stellen mit jeweils knapp 13 Prozent den zweiten und dritten Platz. Trotz der EU-Osterweiterung im Jahr 2004 und der relativ großen Lohnunterschiede kommen lediglich sieben Prozent der Pendler aus Polen und Tschechien.

Grund seien die deutschen Übergangsregelungen, welche die Arbeitnehmerfreizügigkeit für die neuen Beitrittsländer noch bis 2011 einschränken, so die Arbeitsmarktforscher des IAB.

Rund 90 Prozent der Grenzpendler arbeiten in einem deutschen Bundesland, das in Nachbarschaft zu ihrem Herkunftsland liegt. Drei Viertel von ihnen wählen ihren Arbeitsplatz sogar in einem direkt angrenzenden deutschen Landkreis.

Das Hauptziel der Pendler aus dem Ausland ist Baden-Württemberg mit seiner 180 Kilometer langen Grenze zu Frankreich: Fast jeder dritte Grenzpendler geht in dieser Region zur Arbeit. Auch Bayern, Nordrhein-Westfalen und das Saarland sind bevorzugte Ziele. Die wirtschaftlich schwächeren ostdeutschen Bundesländer ohne Berlin kommen dagegen zusammen auf einen Anteil von nur einem Prozent der Grenzpendler.

Grenzpendler sind keineswegs immer Ausländer: 2005 besaßen 40 Prozent von ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft. Insbesondere die Schweiz diene für viele Deutsche als Wohnort, die weiterhin in ihrem Heimatland arbeiten gingen, so die Autoren der Studie.

Die Hälfte der Grenzpendler verfügt über eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Zehntel über einen Fachhoch- bzw. Hochschulabschluss. Rund ein Fünftel der Grenzpendler hat keine Ausbildung. Während in den letzten Jahren der Anteil der Pendler ohne Berufsabschluss gesunken ist, ist der Anteil der Hochqualifizierten leicht gestiegen.

Die IAB-Studie steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2709.pdf

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2709.pdf

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